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Situation bei Beerdigung eskaliert

Priester beleidigt Trauergäste und wirft sie aus Kirche

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Washington - Es geschah am offenen Sarg: Kurz vor Beginn der Trauermesse hat ein Priester die gesamte Trauergemeinde seiner Kirche verwiesen und soll sie zudem aufs Heftigste beleidigt haben – das alles wegen eines Missgeschicks.

Ein Priester der US-Erzdiözese Washington hat eine Trauermesse kurzfristig abgesagt und die gesamte Trauergemeinde seiner Kirche verwiesen. Wie die "Huffington Post" am Dienstag berichtete, soll Reverend Michael Briese die 200 bis 300 überwiegend schwarzen Trauergäste zudem als "Cracksüchtige, Prostituierte und Diebe" beleidigt haben. Dem Bericht zufolge ereignete sich der Vorfall bereits am vergangenen Mittwoch in der St.-Mary's-Kirche in Charlotte Hall im US-Bundesstaat Maryland. Kurz vor Beginn der Zeremonie soll demnach ein Trauergast versehentlich den Messkelch umgestoßen und diesen beschädigt haben. Daraufhin sei der Priester an ein Mikrofon getreten und habe den Anwesenden gesagt, sie sollen "verdammt noch mal meine Kirche verlassen".

Menschen in Tränen aufgelöst

Ein privat aufgenommenes Video zeigt, wie Briese neben dem offenen Sarg mit Trauergästen hitzig diskutiert. Der Priester rief dem Bericht zufolge außerdem wegen der Zerstörung von Kircheneigentum die Polizei, erstattete letztlich aber keine Anzeige. Das zuständige Bestattungsunternehmen konnte kurzfristig einen zweiten Priester finden, der sich bereiterklärte, die Beerdigungszeremonie an einem anderen Ort abzuhalten. "Ich bin seit 30 Jahren Bestattungsdirektorin und habe so etwas noch nie erlebt", sagte Bestatterin Kim Briscoe-Tonic. "Als sie die Kirche verließen, waren die Menschen in Tränen aufgelöst."

Die Erzdiözese Washington entschuldigte sich in einem Brief bei der Familie der Verstorbenen und sagte, dass Brieses Verhalten "nicht die grundlegende Berufung der katholischen Kirche widerspiegelt, die gottgegebene Würde jedes Menschen zu respektieren und hochzuhalten". Briese selbst entschuldigte sich nach Bistumsangaben ebenfalls bei der Familie und dem Bestattungsinstitut; am Wochenende bat der Priester zudem in einem Leserbrief für die Lokalzeitung "Maryland Independent" öffentlich um Verzeihung. Die Beleidigungen, die Briese nach Zeugenaussagen gegen die Trauergemeinde ausgesprochen haben soll, wollte die Erzdiözese zunächst nicht bestätigen. Auch ließ sie offen, ob und welche Konsequenzen der Priester wegen seines Verhaltens zu erwarten hat. (tmg)

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