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Am Mittwoch sprachen der Papst und Russlands Staatspräsident über den Ukraine-Konflikt

Putin zu Treffen im Vatikan

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Blick auf den Petersdom in der Abendämmerung
Vatikanstadt - Papst Franziskus hat am Mittwochabend den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin zu einem Gespräch im Vatikan empfangen. Bei dem Treffen, an das im Vorfeld hohe Erwartungen gerichtet waren, ging es hauptsächlich um den Ukraine-Konflikt.

Der Argentinier bat laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi darum, dass sich in der Ukraine "alle Parteien einbringen, um die Beschlüsse von Minsk umzusetzen". Zudem habe der Papst die Einrichtung humanitärer Korridore gefordert, um Hilfslieferungen in die Konfliktregion zu erleichtern.

Konflikt in der Ukraine und die Situation im Nahen Osten

Franziskus schenkte Putin eine Medaille mit einem Friedensengel. "Das ist der Friedensengel, der alle Kriege gewinnt und von Solidarität zwischen den Völkern spricht", sagte er, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Anwesende berichtete.

Putin war zu dem Gespräch mit mehr als einer Stunde Verspätung eingetroffen. Das Treffen der beiden war ursprünglich für 17.00 Uhr geplant. Der Autokonvoi des russischen Präsidenten erreichte jedoch erst nach 18.00 Uhr den Vatikan. Putin war mit einer Sondermaschine aus Mailand nach Rom geflogen. In der norditalienischen Stadt hatte er zuvor mit Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi die Expo besucht.

Erzbischof: Papst soll Stimme erheben

Nach dem Treffen mit dem Papst wollte der russische Staatspräsident in Rom mit Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und anschließend mit dem früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zusammentreffen.

Der griechisch-katholische Großerzbischof der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk, hatte Franziskus im Vorfeld in einem Brief aufgerufen, er solle bei dem Treffen mit Putin die "Stimme des ukrainischen Volkes" sein. Er habe den Papst gebeten, seine Stimme für die "gläubigen Katholiken aus der Ukraine zu erheben, die leiden", sagte das Oberhaupt der Rom unterstehenden griechisch-katholischen Kirche der Ukraine der polnischen Nachrichtenagentur KAI am Dienstag in Warschau.

Zweite Begegnung

Es handelte sich um die zweite Begegnung Putins mit Franziskus. Das erste Mal waren beide im November 2013 zusammengetroffen. Mehrfach hat der Papst zu einer friedlichen Beilegung des Ukraine-Konflikts und einer Einhaltung des Völkerrechts aufgerufen. Sein Verzicht auf eine ausdrückliche Nennung Russlands als Aggressor rief Kritik in der Ukraine hervor. (bod/dpa/KNA)

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