Reformer schreiben Kardinal – Warnung vor "synodalen Schauspielen"
Internationale katholische Reformgruppen haben den Generalsekretär der Bischofssynode vor "synodalen Schauspielen" gewarnt. In einem am Dienstag veröffentlichten Brief an Kardinal Mario Grech heißt es laut Mitteilung der deutschen Reformgruppe "Wir sind Kirche", Grech möge dafür sorgen, dass sich die Bischöfe "in Praxis und Kultur zur Synodalität bekennen".
Als "synodale Farce" bezeichnen "We Are Church International" und weitere internationale Kirchenreform-Gruppen viele Bischöfe, die heute nach ihrer Beobachtung weiterhin "einseitig und autokratisch" führten und entschieden. "Viele der vorgeschriebenen Diözesansynoden werden in Wirklichkeit von den Bischöfen kontrolliert, weit entfernt vom Geist der Synodalität, wobei die Bischöfe die Tagesordnungen, die Teilnehmer, die Abläufe und die Ergebnisse festlegen", heißt es in dem Schreiben.
Gleichberechtigung für Frauen
Die Unterzeichner betonen, dass die kürzlich von der Kanonischen Kommission vorgeschlagenen kanonischen Gesetze, die Synodalität vorschreiben, ohne starke päpstliche Unterstützung scheitern würden. Sie fordern, das "gesamte Volk Gottes" in das synodale Engagement einzubeziehen und kanonische Vorschriften, die Frauen von Führungsaufgaben und dem Dienst ausschließen, aufzuheben. Schließlich sei die Synode zur Synodalität zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Grund und kein Hindernis gebe, Frauen von Führungsrollen auszuschließen.
"Wir sind Kirche" ist eine Vereinigung, die auf Veränderungen in der katholischen Kirche drängt. In mittlerweile rund 30 Ländern engagieren sich Mitglieder unter anderem für mehr Gleichberechtigung, eine neue Sexualmoral und eine stärkere Beteiligung von Laien.