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Berufsbegleitende Priesterausbildung in Österreich hatte für Kritik gesorgt

Regens: Schleusen Spätberufene nicht an Seminaren vorbei

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Mann mit gefallteten Händen in Chorkleidung
Wien - Die neue berufsbegleitende Priesterausbildung in Österreich sieht eine individuelle Ausbildung für Spätberufene vor. Das hat auch für Kritik gesorgt. Der Wiener Regens beruhigt nun: Es werde keine "Kirche für Einzelgänger" gefördert.

Der österreichische Regens Richard Tatzreiter hat die Verbindung der neuen berufsbegleitenden Priesterausbildung mit der klassischen Ausbildung an Priesterseminaren betont. Von einem "Vorbeischleusen" der Kandidaten an den regulären Priesterseminaren könne keine Rede sein, sagte Tatzreiter der österreichischen Presseagentur "Kathpress" (Dienstag). Der Leiter der Priesterseminare der (Erz-)Diözesen Wien, St. Pölten und Eisenstadt reagierte damit auf Kritik der Reformgruppe "Christliche Basisgemeinden". Diese hatten moniert, der neue "zweite Weg" der Priesterausbildung würde durch individualisierte Ausbildungsformen eine "Kirche für Einzelgänger" fördern.

In der vergangenen Woche hatten die Regenten der Priesterseminare in Österreich einen neuen berufsbegleitenden Ausbildungsweg für sogenannte "Spätberufene" – also Männer zwischen 45 und 60 Jahren, die bereits im Berufsleben stehen – angekündigt. Vorgesehen ist ein individuell abgestimmtes Ausbildungsprogramm, das über den klassischen Rahmen der Priesterausbildung hinausgeht und flexible Anpassungen erlaubt. Die Priesterausbildung soll bei dieser Gruppe neben der beruflichen Tätigkeit möglich sein. In Ausnahmefällen soll es Kandidaten sogar möglich sein, nach der Weihe "in einem adäquaten Umfang" ihren zivilen Beruf weiter auszuüben.

Priesterausbildungsstätten sehen sich bestärkt

Die neuen Leitlinien zielen laut Tatzreiter darauf ab, den Graben zwischen einem vollständig individuellen Lebens- und Ausbildungsweg und den wichtigen "Learnings" der Kandidaten in den Seminaren zu überbrücken: "Die Unterschiedlichkeit der Wege wird an eine Gemeinsamkeit, die durch die Zugehörigkeit zum Priesterseminar und die darin verbürgten konkreten Lernprozesse sichergestellt werden, zurückgebunden."

Der Regens betonte, die österreichischen Priesterausbildungsstätten sähen sich durch die internationalen positiven Reaktionen bestärkt, die der "zweite Weg" ausgelöst habe. Man habe damit eine "Innovation" geschaffen, erste Signale auch aus der "kleinen, aber wachsenden Zielgruppe der Interessenten" seien ermutigend. Nun müsse sich das Konzept jedoch noch bewähren. (cbr)

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