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Staatspräsident Poroschenko lud Franziskus bei Vatikanbesuch ein

Reist der Papst bald in die Ukraine?

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Vatikanstadt - Der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko hat Papst Franziskus zu einem Besuch in sein Land eingeladen. Das teilte er am Freitag nach einer Papstaudienz im Vatikan bei Facebook mit. "Er nahm die Einladung an", so Poroschenko.

In der Mitteilung des Vatikan fand sich kein Hinweis auf die Einladung. Vielmehr habe sich Franziskus bei der Begegnung mit Poroschenko für eine politische Lösung des Konflikts in der Ukraine ausgesprochen. Beide betonten, politische Lösungen unter Einbeziehung aller Beteiligten müssten den Vorrang haben, wie der Vatikan im Anschluss an das Treffen mitteilte. Dazu gehöre zuerst die vollständige Umsetzung der Abkommen von Minsk.

Den Angaben zufolge äußerten sich Papst und Poroschenko besorgt über Schwierigkeiten bei der humanitären Notversorgung, insbesondere hinsichtlich des Zugangs von Hilfsorganisationen zu den Kampfzonen. Beide hoben zudem die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Konflikts auf das gesamte Territorium hervor. Als Geschenk überreichte Franziskus seinem Gast eine Medaille mit der Abbildung eines Olivenzweigs. "Das ist mein Friedenswunsch für die Ukraine", so der Papst.

Poroschenko für Heiligsprechung von Scheptyzkyj

Nach Angaben Poroschenkos auf Facebook sprach der Staatspräsident sich bei der Begegnung für die Seligsprechung des griechisch-katholischen Großerzbischofs Andrej Alexander Scheptyzkyj (1865-1944) aus. Im Juli hatte die Heiligsprechungskongregation Scheptyzkyj den sogenannten heroischen Tugendgrad mit Billigung des Papstes zugesprochen - eine wichtige Etappe für die Erhebung zur Ehre der Altäre. Er hatte als Großerzbischof von Lemberg Juden vor dem Holocaust gerettet, zugleich aber auch die Aufstellung einer ukrainischen SS-Division begrüßt.

Linktipp: Papst Franziskus trifft die ukrainischen Bischöfe

Papst Franziskus hat eine Einhaltung der Waffenruhe in der Ukraine gefordert. Er nutzte den Besuch der ukrainischen Bischöfe im Vatikan am Freitag zu einem neuerlichen Friedensappell. Er bete dafür, dass die jüngste Minsker Vereinbarung respektiert und alles unternommen werde, um ein Wiederaufleben der Feindseligkeiten zu verhindern, heißt es in seiner Rede vor Bischöfen der Ukraine.

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Poroschenko besucht derzeit Italien und hat im Vatikan über die aktuelle Lage in seinem Land berichtet. Nach der Papstaudienz konferierte erden Angaben zufolge auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Außenminister Paul Richard Gallagher. In allen Gespräch sei die wichtige Rolle der Kirchen für die Gesellschaft des Landes hervorgehoben worden, insbesondere der ukrainisch-katholischen Kirche und der lateinischen Kirche.

Das Minsker Abkommen vom Februar 2015, das auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande zustande kam, sieht eine Waffenruhe in der Ostukraine, eine Pufferzone, einen Gefangenenaustausch und eine Frontüberwachung durch die OSZE vor. (luk/KNA)

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