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Sorge um das Abendland

Schönborn zur Kreuz-Debatte: Christliches Erbe in Gefahr, wenn…

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Kardinal Christoph Schönborn während dem Pfingsthochamt am Sonntag, 9. Juni 2019, im Wiener Stephansdom.
Wien - Ein städtisches Krankenhaus in Wien hängt keine Kreuze mehr in Patientenzimmern auf. Ist das der Untergang des Abendlands? In einer Zeitung schreibt Kardinal Christoph Schönborn, wo für ihn wirklich das christliche Erbe in Gefahr ist.

Kardinal Christoph Schönborn hat sich in der Debatte um Kreuze in öffentlichen Krankenhäusern kritisch geäußert. In seiner Kolumne in der Zeitung "Heute" vom Freitag betont der Wiener Erzbischof die Rechtslage: Es sei öffentlichen Krankenhäusern überlassen, ob sie Kreuze in Krankenzimmern aufhängen oder nicht, er selbst wünsche sich aber einen Platz für Kreuze in Spitälern. Die Debatte um das christliche Symbol im öffentlichen Raum komme jedoch "wie das Amen im Gebet" jedes Jahr einmal.

Auf die Frage, ob das christliche Abendland gefährdet sei, führte Schönborn aus: "Ja, wenn die christlichen Werte und Haltungen verloren gehen." Beispiele dafür seien die Aushöhlung des Sonntagsschutzes und mangelnde Unterstützung für Geflüchtete. Zum christlichen Erbe gehöre die Bereitschaft, "Menschen auf der Flucht zu helfen, Heimatlose und Fremde nicht zu verachten". Es tue ihm weh, "wenn gut integrierte Asylwerber abgeschoben werden".

Kreuze in Krankenhäusern und auf Rettungswagen stünden dafür, so der Kardinal, "dass Gott auf der Seite der Notleidenden ist". Er freue sich, dass in dem Krankenhaus in Wien-Florisdorf, an dem sich die neuerliche Debatte entzündet hatte, sowohl Krankenhausseelsorge als auch Gebetsräume für Christen, Juden und Muslime gebe.

Gegen Ausschluss religiöser Zeichen aus der Öffentlichkeit

Mit seiner Kolumne bezieht sich Schönborn auf die Entscheidung des österreichischen Krankenanstaltenverbunds, in den Patientenzimmern im Krankenhaus Nord auf die Anbringung von religiösen Symbolen zu verzichten. Ein Sprecher der Erzdiözese hatte die Entscheidung bereits Anfang der Woche bedauert.

Ende Januar hatte sich Schönborn gegen ein Kopftuchverbot für Schülerinnen in Österreich ausgesprochen. In einer pluralistischen Gesellschaft müsse es möglich sein, verschiedene religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit zu zeigen. "Wenn wir beginnen, solche religiösen Zeichen aus dem öffentlichen Raum auszuschließen, müssten wir unsere Landschaft ganz grundlegend verändern", so Schönborn. Dies beträfe dann Kirchen oder Gipfelkreuze ebenso wie das Erscheinungsbild der Mitglieder aller in Österreich beheimateten Religionen. (fxn)

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