Schweiz: Laien werfen Bischöfen "Verzögerung" bei Reformprozess vor
Laienorganisationen haben den Schweizer Bischöfen eine "unbegründbare Verzögerung" des kirchlichen Reformprozesses vorgeworfen. "Sie vertrösten Katholikinnen und Katholiken einmal mehr auf später", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Brief der reformorientierten Allianz "Es reicht!". Der Brief ist eine Reaktion auf eine Entscheidung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) aus der vergangenen Woche, einen "Weg der Erneuerung" als Reformprozess auf lokaler Ebene in den Diözesen zu beginnen. Zuvor war ein "synodales Vorgehen" für die gesamte Schweiz im Gespräch gewesen, das die Bischöfe aufgrund der Differenzen zwischen den drei Sprachregionen nicht weiter verfolgt hatten.
Allianz "Es reicht!" erwartet Beteiligung von Bischöfen an Reformprozess
Die Allianz rief die SBK dazu auf, einen nationalen Reformprozess ähnlich dem "synodalen Weg" in Deutschland zeitnah umzusetzen. Es hätten sich bereits "viele Verbände und Vereine" gemeldet, um ein solches Vorgehen mitzugestalten; das sei eine "große Chance für die Kirche". Die Allianz erklärte sich dazu bereit, "den Lead für einen Erneuerungsprozess zu übernehmen", da sie schon jetzt mit Sympathisanten in regelmäßigem Austausch stehe.
"Selbstverständlich erwarten wir dezidiert, dass die Bischöfe sich daran beteiligen", heißt es in dem Brief weiter. "Die Basis der katholischen Kirche bricht immer stärker weg." Dagegen müssten alle Gläubigen etwas tun. Unterzeichnet haben das Schreiben mit dem Titel "Was zögert ihr noch? Die Zukunft gehört nicht den Mutlosen!" unter anderem der Schweizerische Katholische Frauenbund, die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche und die KAB Christliche Sozialbewegung. (rom)