Snapchat beschert katholischer Schule Geldsegen
Eine katholische Privatschule in Kalifornien hat mit der Investition in den bildbasierten Messenger-Dienst Snapchat Millionen verdient. Aus 15.000 US-Dollar (14.115 Euro) im Jahr 2012 habe die "Saint Francis High School" in Mountain View mit ihren Unternehmensanteilen nun 24 Millionen Dollar (22,6 Millonen Euro) erwirtschaften können, berichtet die Wirtschafts-Website qz.com. Snap Inc., der Hersteller der App mit den sich selbst zerstörenden Fotos und Videos, war Anfang März an die Börse gegangen.
Den Geldsegen hat die im Silicon Valley angesiedelte Schule dem Vater zweier Schüler zu verdanken, schrieb Schuldirektor Simon Chiu am Donnerstag auf der Seite der Schule. Der Risikokapitalinvestor Barry Eggers bemerkte Anfang 2012, wie sich seine damals 12- und 16-jährigen Kinder in kürzester Zeit für Snapchat zu interessieren begannen. Nachdem er sichergestellt hatte, dass nicht allein seine Tochter sondern auch sein Sohn und die Freunde der Jugendlichen von dem Instant-Messaging-Dienst begeistert waren, besuchte Eggers den Snapchat-Co-Gründer Evan Spiegel und entschloss sich, mit seinem Unternehmen Lightspeed Venture Partners insgesamt 500.000 Dollar zu investieren. Als Vorstandsmitglied des Wachstumsfonds der Schule bot Eggers ihr an, dass sie sich mit 15.000 Dollar beteilige.
Die Beteiligung der Schule entsprach beim Börsengang von Snap Inc. zu Monatsbeginn 2,1 Millionen Anteilsscheinen. Davon verkaufte die Schule zwei Drittel und konnte so 24 Millionen Dollar einnehmen. Die bei der Schule verbliebenen 700.000 Aktien könnten sogar zu noch mehr Geld gemacht werden: Nach den ersten zwei Tagen lag eine Aktie mit knapp 28 Dollar 64 Prozent über dem Emissionspreis von 17 Dollar zum Börsenstart.
Nicht der erste Coup der Schule
Mit ihrem 1990 gestarteten Wachstumsfonds-Programm ist der Schule schon einmal ein Coup gelungen: 1996 habe man aus einer 25.000-Dollar-Beteiligung am Telekommunikationsunternehmen Advanced Fiber 2,1 Millionen Dollar machen können, heißt es auf der Schulseite.
Laut Chiu plant die Saint Francis High School mit dem Geld keine Finanzspritze für die jährlichen Betriebskosten der Schule. Vielmehr sollen finanzschwächere Schüler unterstützt werden. Die jährliche Schulgebühr beträgt knapp 17.500 Dollar. (luk)