Spendenrekord bei "Kirche in Not"
"Wir können allen unseren Wohltätern nur demütig danken für ihre Großherzigkeit", sagte die Geschäftsführerin des deutschen Zweigs von "Kirche in Not", Karin Maria Fenbert. Das Hilfswerk sei sich des hohen Vertrauens der Spender wie der Empfänger bewusst. "Denn leider wachsen auch die weltweiten Nöte", so Fenbert.
Im Jahr 2015 hat "Kirche in Not" nach eigenen Angaben in 146 Ländern weltweit mehr als 6.200 pastorale Projekte gefördert. Ein Schwerpunkt habe dabei auf der Hilfe für die christliche Minderheit im Nahen Osten gelegen. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Menschen eine Zukunft in ihrer Heimat haben. Allein die Hilfe für Syrien hat sich verdreifacht", sagte Fenbert. Auch in Nigeria, in der Zentralafrikanischen Republik oder im Südsudan litten Christen unter islamistischem Terror. Dennoch verzeichne die katholische Kirche dort ein großes Wachstum. Aus Afrika erreichten "Kirche in Not" den Angaben zufolge auch die meisten Hilfsgesuche, fast ein Drittel der Hilfsgelder floss auf den Kontinent.
Unterstützung von Priestern und Ordensleuten
"Unser Kernanliegen bleibt die Unterstützung von Ordensleuten, Seminaristen und Priestern", sagte Fenbert weiter. So habe "Kirche in Not" im vergangenen Jahr mehr als 43.000 Priestern durch Mess-Stipendien geholfen. Dabei handelt es sich um eine Spende an einen Priester, der eine heilige Messe in einem bestimmen Anliegen feiert. Da viele Priester wenig oder keinerlei Lohn erhielten, trage dies zu ihrer Existenzsicherung bei. "Über 1,5 Millionen Mess-Stipendien haben wir weitergegeben. Damit wird im Durchschnitt alle 22 Sekunden eine heilige Messe in den Anliegen der Wohltäter von 'Kirche in Not' gefeiert", so Fenbert. Auch jeder zehnte Priesteramtskandidat weltweit werde bei seiner Ausbildung von "Kirche in Not" unterstützt.
Den Neubau oder die Renovierung von Kirchen, Kapellen, Pfarrhäusern, Seminaren und Gemeindezentren hat das Hilfswerk laut eigenen Angaben in rund 1.700 Fällen gefördert. Für die Seelsorgearbeit in weitläufigen Pfarrgebieten seien 524 Autos sowie 714 Motor- und Fahrräder sowie 17 Boote angeschafft worden. In Afrika oder im Amazonas-Gebiet, wo die Straßen in der Regenzeit oftmals unpassierbar sind, sind die Wasserwege oft die einzige Möglichkeit für Priester oder Bischöfe, zu ihren Gemeinden zu kommen. "Wir wollen, dass das Evangelium alle erreicht", so Fenbert. (stz)
Der Name "Kirche in Not" ist untrennbar mit dem "Speckpater" Werenfried van Straaten verbunden. Lesen Sie hier mehr Informationen über ihn und das katholische Hilfswerk.