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Fünf spanische Priester angezeigt

Stierkampf: PETA reicht Beschwerde gegen Priester beim Vatikan ein

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Stierkämpfer und Stier
Madrid/Stuttgart - Schon lange fordert die Tierschutzorganisation PETA von der Kirche, sich von Stierkämpfen zu distanzieren. Nun versucht sie es rechtlich – der Vatikan soll ein Urteil über fünf Priester fällen.

Die Tierschutzorganisation PETA hat fünf spanische Priester im Vatikan wegen ihrer Unterstützung von Stierkämpfen angezeigt. Mit Hilfe einer italienischen Kirchenrechtsanwältin hat die Organisation Beschwerde beim Klerusdikasterium gegen die Geistlichen eingelegt und Disziplinarmaßnahmen gefordert. Den Priestern wird vorgeworfen, Tierquälerei zu unterstützen. Teilweise waren sie als Seelsorger in den Stierkampfarenen und Stierkampfschulen in Madrid und Sevilla tätig. In einem von der Organisation veröffentlichten Video vergleichen sie den Stierkampf unter anderem mit dem Messopfer. PETA spricht daher von Blasphemie.

PETA erhofft sich von der Beschwerde eine Entscheidung, "ob Geistliche öffentlich eine Praxis befürworten dürfen, bei der Tiere wiederholt durch mit Widerhaken versehene Waffen verletzt werden und schlussendlich zur Unterhaltung von Menschen getötet werden." Mit diesem Verfahren müsse der Vatikan über die sündhafte Verherrlichung des Stierkampfs urteilen, begründet die PETA-Vizepräsidentin Mimi Bekhechi die Beschwerde. "Priester, die Mitgefühl predigen und gleichzeitig feiern, dass Tiere zur Belustigung von Menschen gequält und getötet werden, widersprechen den Werten, die sie kraft ihres Amtes vertreten sollen. Die Kirche weiß, dass diese Grausamkeit keinen Platz neben christlicher Barmherzigkeit hat."

Bekannte Anwältin

Die Beschwerde wurde von der italienischen Anwältin Laura Sgrò eingebracht, die auch Betroffene des mutmaßlichen Missbrauchstäters Marko Rupnik und die Familie der spurlos verschwundenen Emanuela Orlandi vertritt. "Es handelt sich um eine Anzeige gegen fünf Priester, doch eigentlich richtet sich die Beschwerde an alle Priester, die Stierkämpfe unterstützen", ordnete Sgrò gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE ein. “Es ist eine allseits bekannte, sehr grausame und sehr gewalttätige Veranstaltung. Einige Priester haben nicht nur ihre Unterstützung dafür zum Ausdruck gebracht, sondern sogar vor den Stierkämpfen Segnungen vorgenommen", begründete Sgrò das Verfahren.

Die Anzeige ist Teil einer Kampagne, mit der PETA seit Jahren versucht, Päpste davon zu überzeugen, die Unterstützung von Stierkämpfen durch Teile der spanischen Kirche zu verurteilen. Dazu hat die Organisation in den vergangenen Jahren mehrfach Veranstaltungen und Gebete mit Papst Franziskus und zuletzt Papst Leo XIV. gestört. Unterstützt wird PETA dabei auch in der Kirche: 2024 beteiligte sich der britische Priester und Tierschützer Terry Martin an einer Kampagne der Tierschutzorganisation.

Altes päpstliches Verbot

Tierquälerei ist kein kirchenrechtlicher Straftatbestand. Der Katechismus der Katholischen Kirche hält aber fest, dass es der Würde des Menschen widerspricht, "Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten" (Nr. 2417). Zugleich betont der Katechismus, dass man Tiere gernhaben darf, ihnen aber nicht die Liebe zuwenden solle, die einzig Menschen gebühre. Bereits 1567 verurteilte Papst Pius V. (1566–1572) den Stierkampf in seiner Bulle "De salute gregis Dominici" als "grausame und niederträchtige Schauspiele des Teufels und nicht des Menschen" und belegte die Teilnahme und das Besuchen von Stierkämpfen mit der Exkommunikation. Spätere Päpste nahmen die Strafandrohung jedoch zurück und beschränkten sich auf ein Verbot für Kleriker und Veranstaltungen an christlichen Feiertagen.

Jedes Jahr werden zehntausende Stiere bei Stierkämpfen in aller Welt getötet. Viele dieser Feste finden zu Ehren katholischer Heiliger statt. Derzeit sind Stierkämpfe nur noch in sieben Ländern erlaubt: Spanien, Portugal, Frankreich, Ecuador, Mexiko, Peru und Venezuela. Kolumbien hat erst vor wenigen Jahren den Stierkampf verboten.

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