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Expertinnen sehen Handlungsbedarf

Strengere Vorschriften gegen Missbrauch von Ordensfrauen gefordert

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Aachen - "Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher:" Kirchliche Expertinnen fordern einen besseren Schutz von Ordensfrauen vor sexualisierter Gewalt.

Kirchliche Expertinnen fordern einen besseren Schutz von Ordensfrauen vor sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch und Ausbeutung. Dafür brauche es strengere kirchenrechtliche Schutzvorschriften und starke Netzwerke von Ordensfrauen, sagten die kenianische Ordensfrau Jacinta Ondeng und die Leiterin der Stabsstelle Safeguarding beim katholischen Hilfswerk missio Aachen, Johanna Streit, in der neuen Folge des Podcasts "Echt. Unglaublich!".

"Wir müssen Strukturen der Gegenwehr schaffen"

Ondeng leitet in Nairobi die "Safeguarding Initiative for Catholic Sisters". Das unter anderem von missio Aachen unterstützte Netzwerk arbeitet den Angaben zufolge vor allem mit Ordensfrauen in Kenia und Uganda. Künftig solle es aber auch in weiteren Ländern aktiv werden. "Wir müssen Strukturen der Gegenwehr schaffen. Unser wichtigstes Ziel ist, dass es gar nicht erst zu Missbrauch kommt", so die Ordensfrau.

Ihr Projekt setze auf Aufklärung, Schulungen und Vernetzung. Ondeng und ihr Team hätten unter anderem ein E-Learning-Angebot für junge Frauen in der Ordensausbildung entwickelt. Ordensfrauen sollten Missbrauch frühzeitig erkennen, ihre Rechte kennen und wissen, wo sie Unterstützung erhalten könnten. Zugleich solle die Initiative helfen, das Thema aus der Tabuzone zu holen.

Handlungsbedarf beim Kirchenrecht

Aus Sicht von missio Aachen besteht derzeit beim Kirchenrecht und bei den Dokumenten des Vatikans Handlungsbedarf. Der bisher verwendete Begriff der "schutzbedürftigen Erwachsenen" greife zu kurz, um die Fälle von Missbrauch an erwachsenen Frauen und Ordensfrauen zu fassen, sagt Streit. Und weiter: "Ordensfrauen geraten nicht nur aufgrund persönlicher Eigenschaften in vulnerable Situationen. Auch kirchliche Machtstrukturen und Abhängigkeitsverhältnisse können sie gefährden. Deshalb müssen die bestehenden Schutzpflichten ausgeweitet werden."

Ondeng unterstützt diese Forderung: "Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher." Wenn Kirchenobere deutlich machten, dass über Missbrauch gesprochen und interveniert werden müsse, stärke das die Präventionsarbeit vor Ort in Afrika.

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