Suburbikarisches Bistum Frascati künftig ohne eigenen Bischof
Der Weinort Frascati südöstlich von Rom wird ab sofort keinen eigenen Bischof mehr haben. Wie das vatikanische Presseamt am Dienstag mitteilte, nahm Papst Franziskus den Rücktritt von Bischof Raffaelo Martinelli (75) an. Gleichzeitig ordnete er an, dass der Bischof der Nachbardiözese Velletri-Segni, Stefano Russo, das Bistum Frascati in Personalunion leiten soll. Beide Diözesen zählen jeweils etwa 125.000 Katholiken; in beiden Städten ist der Anbau und Verkauf von Wein ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Frascati und Velletri-Segni gehören darüber hinaus zu den suburbikarischen Bistümern. Diese zählen zu den ältesten Diözesen der Kirche überhaupt und befinden sich alle im Umkreis von Rom. Die weiteren suburbikarischen Bistümer sind Ostia, Albano, Palestrina, Porto-Santa Rufina und Sabina-Poggio Mirteto. Den Bischöfen dieser Diözesen kam historisch die Sonderrolle zu, dem Papst bei der Leitung der Gesamtkirche zu assistieren. Daraus entwickelten sich die sogenannten Kardinalbischöfe, die die höchste von insgesamt drei Kardinalsklassen darstellen. Seit 1962 werden die suburbikarischen Bistümer von separaten Diözesanbischöfen geleitet; die Kardinalbischöfe üben seitdem – Titularbischöfen ähnlich – nur noch eine Schirmherrschaft über diese Bistümer aus. (tmg/KNA)