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Am letzten Tag des jüdischen Pessachfestes

Tote nach Schüssen in Synagoge in Kalifornien

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Synagoge von Poway im US-Bundesstaat Kalifornien, im Vordergrund ein Absperrband
Washington - Eine Frau starb, als ein Mann um sich schoss. Laut Medienberichten untersucht die Polizei nun, ob der mutmaßliche Täter durch ein Dokument mit rechtsextremen Verschwörungstheorien beeinflusst war, das kurz vor dem Überfall veröffentlicht wurde.

Bei einer Schießerei in einer Synagoge in Kalifornien ist am Samstag eine Frau getötet worden. Ein Mann habe in einem Gottesdienst der Chabad-Synagoge in Poway, einer Vorstadt von San Diego, um sich geschossen, berichtet die Polizei. Drei weitere Menschen wurden verletzt. Dabei handele es sich um den Rabbiner der Synagoge, ein achtjähriges Mädchen sowie einen 31-jährigen Mann. Der mutmaßliche Täter, ein 19-jähriger Student aus Kalifornien, habe sich widerstandslos festnehmen lassen, sagte der Sheriff des San Diego County, Bill Gore. Der Mann habe vermutlich allein gehandelt.

Die Polizei untersucht eine mögliche Verbindung zwischen den Schüssen in der Synagoge und einem Brandanschlag vergangenen Monat auf die nahe gelegene Escondido-Moschee. Dazu werde eine kurz vor der Tat am Sonntag im Internet veröffentlichte Kampfschrift auf ihre Echtheit geprüft, sagte Sheriff Gore. Die Schrift werde dem Festgenommenen zugeschrieben. Darin heißt es, dass Juden "nichts als die Hölle" verdienten: "Ich werde sie dorthin schicken."

Der Verfasser bezieht sich demnach auch auf den mutmaßlichen Attentäter auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit 50 Todesopfern. Ebenso reklamiert der Autor in dem Schreiben den bislang nicht aufgeklärten Brandanschlag auf die Moschee in Escondido für sich.

Trump spricht Angehörgen sein Mitgefühl aus

Die Direktorin des Holocaust Museums in der US-Hauptstadt Washington, Sara Bloomfield, warnte in einer Erklärung, die Bluttat sei ein "Weckruf". Das Attentat zeige, dass Antisemitismus derzeit zunehme. US-Präsident Donald Trump sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Allem Anschein nach handle es sich um ein Hassverbrechen, sagte er. Der Samstag war der letzte Tag des jüdischen Pessachfestes.

Auch Vertreter des Judentums in Deutschland zeigten sich schockiert über den Angriff die Synagoge. Das Attentat sei nicht nur ein Angriff auf die Freiheit von Jüdinnen und Juden weltweit; "es ist zugleich ein Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft und auf unsere Werte", schrieb der Zentralrat der Juden auf seiner Facebook-Seite.

Laut US-Behördenangaben wurden die Sicherheitsvorkehrungen für Gotteshäuser und religiöse Zentren verstärkt. Es gebe keine ausdrücklich erhöhte Bedrohungslage, hieß es. "Wir ermutigen unsere Gemeinden, mit geplanten Veranstaltungen und anderen Aktivitäten wie gewohnt fortzufahren", sagte Sheriff Gore. (gho/epd/KNA)

28.04.2019, 11.50 Uhr: ergänzt um weitere Details

28.04.2019, 12.50 Uhr: ergänzt um Statement des Zentralrats der Juden

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