Trotz Hirntumor zum Priester geweiht
Ein an einem Gehirntumor erkrankter US-Amerikaner ist am Wochenende in der Stadt Raleigh in North Carolina zum Priester geweiht worden. Philip Johnson habe die Diagnose, an einem nicht heilbaren und nicht operierbaren Tumor erkrankt zu sein, vor acht Jahren während seines Militärdienstes erhalten, berichtet die Webseite "New Liturgical Movement". Obwohl man ihm selbst unter günstigen Umständen nur eine Lebenserwartung von weniger als zwei Jahren diagnostiziert hatte, hat er mittlerweile ein Theologiestudium abgeschlossen und nun sogar die Priesterweihe empfangen. Das ist unter diesen gesundheitlichen Umständen zumindest ungewöhnlich.
Schon vor seiner Diagnose habe sich Johnson zum Priesteramt berufen gefühlt, heißt es im Blog "beliefnet". Doch zunächst habe er seinen Pflichtdienst bei der Marine abgeleistet: Er hatte an der United States Naval Akademie studiert und war Offizier, als er 2008 bei einem Einsatz auf einem Schiff in der Nähe von Bahrain erste Probleme bekommen habe. Sein Zimmergenosse habe bemerkt, dass er im Schlaf einen Krampfanfall hatte. Daraufhin habe sich Johnson untersuchen lassen und ein Geschwür im Gehirn diagnostiziert bekommen. "Ich weiß, dass viele Leute bei einer solchen Nachricht wütend auf Gott werden würden", wird Johnson zitiert. Er sei aber nicht wütend, sondern traurig geworden: "Ich ging in eine kleine katholische Kapelle auf der Marinebasis in Bahrain und habe geweint, weil ich unsicher war, was die Zukunft bringen würde."
Bei weiteren Untersuchungen sei dann die Krebserkrankung festgestellt worden, was eine automatische Entlassung aus dem Marinedienst hieß. 2009 begann eine Bestrahlungs- und Chemotherapie. Eine definitive Prognose hätten die Ärzte damals nicht stellen können, aber sein junges Alter sei wohl zu seinen Gunsten, zitiert "beliefnet" den Priester. Der habe daraufhin mit dem zuständigen Bischof Michael Burbidge über seinen Wunsch gesprochen, Priester zu werden. "Der Bischof sagte mir, dass er sich Gott nicht in den Weg stellen wolle, wenn ich meiner Berufung folgen wollte", so Johnson.
Körperliche Gesundheit ist Voraussetzung
Eine Priesterweihe wie die von Philip Johnson ist ungewöhnlich, da bei Priesteramtskandidaten körperliche und geistige Gesundheit vorausgesetzt wird. Schon in das Priesterseminar dürfen nur die Bewerber aufgenommen werden, die unter anderem aufgrund ihrer körperlichen Gesundheit fähig erscheinen, sich dauerhaft geistlichen Ämtern zu widmen (CIC, can. 241, §1). (jhe)