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ARTE zeigt Beitrag über Plastikmüll in den Weltmeeren

Trübe Gewässer

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Plastikmüll am Strand von Bali
Straßburg - Täglich wird eine riesige Plastikflut in die Meere gespült. Doch was richtet sie dort an? Geht es "nur" um verschmutzte Strände und vergiftete Fische, oder ist die Gefahr wesentlich größer? Die Dokumentarfilmer Max Mönch und Friedemann Hottenbacher begaben sich auf eine akribische Spurensuche in den Südpazifik und forschten nach den Auswirkungen von Millionen Tonnen Plastikteilen in den Ozeanen.

Sie belegen in ihrer spannenden Dokumentation "Plastik: Der Fluch der Meere", dass die Kunststoffe inzwischen über die Nahrung wieder bei den Absendern angekommen sind und dort langfristig zu schweren Organschäden führen können. ARTE zeigt den aufrüttelnden Beitrag am Donnerstag um 22.35 Uhr.

6 Millionen Tonnen Plastik verschwinden im Meer

Schätzungen zufolge gelangen jedes Jahr sechs Millionen Tonnen Plastik neu in die Meere. Sie treiben als riesige Müllstrudel in Nordpazifik und Nordatlantik. Strömungsforscher vermuten auch, dass es außerdem noch weitere Strudel südlich des Äquators gibt. Ein Expeditionsteam um den Umweltaktivisten Marcus Eriksen wollte wissen, ob sich auf der Südhalbkugel tatsächlich das gleiche Phänomen zeigt. Und so machte er sich auf den Weg von der chilenischen Küste zu den Osterinseln.

Das Forschungsschiff zog ein kleines Schleppnetz hinter sich her, um die Oberfläche über die gesamte Stecke abzufischen. Alle 60 Kilometer nahmen Eriksen und sein Team Wasserproben, um sie später im Labor auf Kleinstpartikel zu untersuchen. Außerdem dokumentierten sie penibel, was sie gefangen hatten. Anfangs fanden sie nur wenig Plastikteile, dann nahm die Menge rapide zu. Vor den Osterinseln bestand der Netzinhalt dann zu 80 Prozent aus Plastik. Der Müllstrudel im Pazifik existierte also tatsächlich, das war trotz erfolgreicher Expedition keine gute Nachricht. Kritisch merkten die Forscher an, dass sie ihre Proben auch selbst in Plastikbehältern aufbewahrten.

Schwimmende Plastikteilchen

Parallel zu Eriksens Reise besuchten die Autoren Meeresbiologen und Chemiker aus Japan, Europa und den USA, die weltweit die giftige Wirkung des Plastiks auf Meeresfauna und -flora erforschen. Die Plastikpartikel seien mittlerweile zu immer kleineren Teilen zerfallen, warnen diese übereinstimmend, und hätten das Ende der Nahrungskette erreicht. Dazu passt die beunruhigende Entdeckung, dass die giftigen Bestandteile auf ihrer Reise durch die Ozeane nicht wie angenommen ausgewaschen werden. Die schwimmenden Plastikteilchen wirken sich im Gegenteil wie ein Magnet auf die naturfremden Plastikchemikalien aus und reichern sich noch stärker damit an. Sie werden schließlich als Nanopartikel in Pflanzen und Tieren eingelagert und können über die Nahrung bei Menschen schwere Entzündungen oder Krebs hervorrufen.

Die aufwühlende Dokumentation zeigt, dass der Titel "Plastik: Der Fluch der Meere" fast noch untertrieben ist. Eriksen und sein Team verwenden inzwischen wieder Stoffbeutel statt Plastiktüten und initiierten ein weiteres Umweltprojekt an der chilenischen Küste. Hunderte von Schülern zählen an den Stränden die Plastikteilchen im Sand, Meereswissenschaftler bestimmen ihre Herkunft und Zusammensetzung. Ziel ist, mehr über die Müllstrudel zu erfahren.

Zum Schluss des eindrucksvollen Wissenschaftsfilms appellieren die Autoren dringend an jeden Einzelnen, sich auf die persönliche Verantwortung zu besinnen und die Plastikverwendung zu reduzieren, damit es nicht zur Katastrophe kommt.

Von Heide-Marie Göbbel (KNA)

Hinweis:

"Plastik: Der Fluch der Meere". Dokumentation von Max Mönch und Friedemann Hottenbacher. ARTE, Do 10.01., 22.35 - 23.25 Uhr.

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