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US-Präsident nennt Stadt "von Ratten und Nagern verseuchten Saustall"

Trumps Attacken auf Baltimore machen Erzbischof "traurig"

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William E. Lori, Erzbischof von Baltimore
Baltimore - Vergangenen Samstag kritisierte Donald Trump via Twitter einen bekannten Kongressabgeordneten und dessen Heimatstadt Baltimore – mit drastischen Worten. Auch Erzbischof William E. Lori hat sich in die Debatte eingeschaltet und die Stadt verteidigt.

Der Erzbischof von Baltimore, William E. Lori, hat seine Bischofsstadt gegen die Beschimpfungen von US-Präsident Donald Trump verteidigt. "Es macht mich traurig, dass Baltimore von Präsident Trump schwer verunglimpft wurde", schreibt Lori in einem Statement, das die Erzdiözese am Samstag in den sozialen Medien veröffentlicht hat. Baltimore habe seine Tragödien und Herausforderungen, aber auch seine Stärken und Chancen. "Viele gute Leute arbeiten zusammen, um die Herausforderungen von Baltimore anzugehen und ihre Stärken auszubauen." Sie verdienten die Unterstützung gewählter Amtsträger und ihrer Mitbürger.

Zuvor hatte Trump den Repräsentantenhaus-Abgeordneten Elijah Cummings, dessen Wahlkreis sich in Baltimore befindet, heftig via Twitter kritisiert. Dieser sei ein "brutaler Tyrann", der die "großartigen" Männer und Frauen der Grenzschutzbehörden beschimpfe. Cummings' Wahlkreis sei ein "ekelhafter, von Ratten und Nagern verseuchter Saustall". Wenn Cummings mehr Zeit dort verbringen würde, könnte er dabei helfen, "diesen sehr gefährlichen und dreckigen Ort aufzuräumen", so Trump weiter. Cummings, der der Demokratischen Partei angehört, ist Vorsitzender des "House Committee on Oversight and Reform" und somit inoffizieller Chefkontrolleur des US-Präsidenten und dessen Regierung. Er kritisierte bereits mehrfach Trumps Migrationspolitik und warf ihm Rassismus vor.

Als Reaktion auf Trumps Angriff kursieren seit dem Wochenende in den sozialen Netzerken unter den Hashtag #WeAreBaltimore positive Erfahrungsberichte über die Stadt. Gleichzeitig gibt es zahlreiche User, die in der der Sache hinter dem US-Präsidenten stehen. Der katholische Priester Leo Patalinghug, der in Baltimore wohnt und unter anderem als Moderator für den katholischen Fernsehsender EWTM arbeitet, schrieb auf Twitter, dass die Stadt zwar "großartige Teile", aber auch "einige sehr kaputte, traurige, fast Dritte-Welt-Teile" habe. Zudem glaubt Patalinghug, dass die lokale Regierung in Baltimore "definitiv korrupt" sei. "Ich liebe meine Stadt", so der Geistliche weiter, "aber wir brauchen stärkere Führer." Cummings sei keiner von ihnen. "Er hat seine Zeit gehabt."

Baltimore war die erste katholische Diözese in den USA und spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der katholischen Kultur des Landes. Seit Jahren hat die mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnte Stadt mit Problemen wie Armut, Drogenabhängigkeit und einer hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. Die Mordrate in Baltimore betrug 2017 das Zehnfache des US-Durchschnitts und war damit die zweithöchste des Landes. 2018 wurden 309 Menschen Opfer von Tötungsdelikten. (mal)

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