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Englischer Oberhirte war vorzeitig zurückgetreten

Untersuchung: Bischof hat Kinderschutz-Arbeit untergraben

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London - Eine weitere Untersuchung arbeitet die Hintergründe des vorzeitigen Rücktritts des englischen Bischofs Robert Byrne auf: Bei ihm habe es an einer klaren Unterstützung für die Nulltolleranz-Position bei Missbrauch gefehlt, lautet der Vorwurf.

Dem Ende vergangenen Jahres vorzeitig zurückgetretenen Bischof der englischen Diözese Hexham und Newcastle, Robert Byrne, werden in einer neuen Untersuchung schwerwiegende Versäumnisse in der Führung des Bistums attestiert, die die Arbeit der Verantwortlichen im Bereich Kinderschutz untergraben und dadurch Menschen einem potenziellen Risiko ausgesetzt hätten. In ihrem am Wochenende veröffentlichen Bericht wirft die Arbeitsstelle für Kinderschutz der katholischen Kirche in England und Wales (CSSA) Byrnes "schlechte Entscheidungsfindung, unangemessene Verbindungen und das Ignorieren professioneller Ratschläge zum Kinderschutz" vor. Es habe bei ihm an einer klaren und eindeutigen Unterstützung für die kirchliche Position der Nulltoleranz gegenüber Missbrauch gefehlt.

Der 57-seitige Bericht befasst sich vor allem mit der Freundschaft Byrnes mit einem als Missbrauchstäter verurteilten Geistlichen, der im Text als "Father A" bezeichnet wird, und der Berufung eines Priesters zum Dekan der Kathedrale, dem unangemessenes Verhalten mit Jungen vorgeworfen wurde und der im April 2021 Suizid beging. Byrnes Behauptung, er haben von dessen Vorgeschichte nichts gewusst, halte einer Überprüfung nicht stand, heißt es nun. Der Bericht kommt außerdem zu dem Schluss, dass die Freundschaft Byrnes zu "Father A" unangemessen gewesen sei.

Sein Umgang mit dem Thema Kinderschutz sei von vielen Verantwortlichen als Grund genannt worden sei, zurückzutreten, heißt es in dem Bericht. Einige Mitarbeiter hätten die Selektivität der von ihm ergriffenen Schutzmaßnahmen in Frage gestellt, andere hätten sogar bezweifelt, "dass er die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen überhaupt verstanden und unterstützt hat".

Hintergründe sollten geklärt werden

Mitte Dezember hatte Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des zu jenem Zeitpunkt 66-jährigen Byrne akzeptiert. Der Bischof nannte in einem Schreiben an seine Diözese eine "zu große Belastung" als Grund. Im Januar wurde schließlich bekannt, dass mehrere Untersuchungen auf den Weg gebracht wurden, um die Hintergründe des Rücktritts zu klären, unter anderem die der CSSA. Anfang Mai gab der als Apostolische Administrator eingesetzte Erzbischof von Liverpool, Patrick McMahon, die Ergebnisse einer vatikanischen Untersuchung bekannt. Demnach hat sich Byrne eine "Kette von Fehlentscheidungen" geleistet, die seine Position unhaltbar gemacht hätten. Er sei den Anforderungen seines Amtes nicht gewachsen gewesen. Auch in diesem Bericht wird die Berufung des Dekans der Kathedrale als entscheidender Fehler bezeichnet.

Die CSSA (Abkürzung für "Catholic Safeguarding Standards Agency") wurde 2021 von der Bischofskonferenz von England und Wales eingerichtet, agiert jedoch unabhängig von ihr. Ihre Aufgabe ist es, Schutzmaßnahmen gegen Kindesmissbrauch in der Kirche zu überprüfen.

Unterdessen gibt es einen Nachfolger für Robert Byrne. Wie das vatikanische Presseamt am Mittwoch mitteilte, ernannte Papst Franziskus den bisherigen Weihbischof in Birmingham, Stephen Wright (53), zum neuen Bischof der Diözese Hexham und Newcastle. (mal)

14.6., 13:40 Uhr: ergänzt um Ernennung des Nachfolgers von Byrne.

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