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Nach erneuter Vollstreckung von Todesurteil

US-Bischöfe fordern von Trump Ende der Hinrichtungen

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Eine festinstallierte Pritsche in einem kargen Raum
Washington - In dieser Woche gab es zum Entsetzen der Bischöfe in den USA zwei Hinrichtungen, zwei weitere sind im September geplant. Besonders umstritten war das gerade vollstreckte Todesurteil am einzigen Ureinwohner in einer US-amerikanischen Todeszelle.

Nach der erneuten Vollstreckung eines Todesurteils in einem Bundesgefängnis fordern die katholischen US-Bischöfe von Präsident Donald Trump einen sofortigen Hinrichtungsstopp. Statt wie schon mehrfach gefordert ein Ende der Todesstrafe zu verkünden, habe die Regierung "sogar noch mehr Hinrichtungen angesetzt" heißt kurz vor dem Wochenende in einer Erklärung.

Im Juli wurden drei Häftlinge per Giftspritze hingerichtet, in dieser Woche zwei. Zwei weitere Vollstreckungen sind für September geplant. Am Mittwoch ließ das Justizministerium ungeachtet der Proteste von Kirchen und Menschenrechtsgruppen Lezmond Mitchell hinrichten, den einzigen Ureinwohner in einer US-amerikanischen Todeszelle.

Hinrichtungen waren seit 2003 ausgesetzt gewesen

Der 38-Jährige hatte 2001 mit einem Komplizen bei einem Raubüberfall in Arizona eine 63-jährige Frau und deren 9-jährige Enkelin ermordet. Das 2003 gefällte Todesurteil war umstritten, da laut Gesetz hierzu die Zustimmung der souveränen Nation der Navajo-Ureinwohner erforderlich war. Das Verbrechen hatte sich auf dem Land der Navajos ereignet, deren Angehöriger Mitchell war.

Justizminister William Barr, ein Katholik, hatte auf Weisung von US-Präsident Donald Trump darauf gedrängt, die seit 2003 ausgesetzte Vollstreckung der Todesstrafe nach Bundesrecht wieder aufzunehmen. Der Oberste Gerichtshof bestätigte die Regierungsentscheidung im Juli. Die katholische Kirche hatte sich nachdrücklich für eine Beibehaltung des Moratoriums eingesetzt.

Im November stellt sich Trump in den USA zur Wiederwahl als Präsident. Neben der Todesstrafe gibt es noch einige weitere Themen, bei denen die Kirche eine andere Haltung hat, unter anderem beim Umgang mit Flüchtlingen, Rassismus und dem Klima. Dagegen unterstützen die US-Bischöfe Trump in seiner ablehnenden Haltung in der Abtreibungsfrage überwiegend. Derweil hatte der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, in dieser Woche Trump wie seinen Herausforderer Joe Biden von der demokratischen Partei vor einer Instrumentalisierung von Lebensschutzthemen im US-amerikanischen Wahlkampf gewarnt. So hatte Trump Biden etwa wegen dessen aus Sicht des Präsidenten zu liberalen Ansicht in der Abtreibungsfrage kritisiert. (gho/KNA)

Linktipp: US-Bischöfe besorgt über neue Todesstrafen-Regelung

In den USA soll auf Bundesebene wieder die Todesstrafe vollstreckt werden. Doch die Bischöfe mahnen: Gottes Liebe sei stärker als der Tod. Gewisse Grundsätze bei der Bestrafung dürften nicht außer Acht gelassen werden.

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