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Cupich: Umweltschutz benötige "Geist der Kooperation, nicht des Individualismus"

US-Kardinal wirft Trump "moralisches Versagen" vor

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Chicago - Die Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimabkommen hat zu heftiger Kritik geführt. Nun meldet sich auch der Kardinal von Chicago zu Wort: Der US-Präsident habe eine "irrige Entscheidung" getroffen.

In ungewöhnlicher Schärfe hat ein prominenter US-Kardinal den von Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen kritisiert. "Ein Versagen, die Erde zu schützen, ist nicht nur ein Führungsversagen. Es ist ein moralisches Versagen", schrieb Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter. "Es ist ein moralisches Versagen, weil es eine Frage von Leben und Tod ist, besonders für die Armen, die als erste unter den Folgen des Klimawandels leiden", fuhr er fort.

Umweltschutz stelle eine globale Aufgabe dar und benötige "einen Geist der Kooperation, nicht jenen nationalen Individualismus, der gestern traurigerweise zur Schau gestellt wurde", schrieb der 68-jährige Kardinal mit Blick auf die Erklärung des US-Präsidenten weiter. Er sprach von einer "irrigen Entscheidung". Diese mindere nicht "unsere Verantwortung, uns um den Planeten zu kümmern". Damit verband Cupich die Aufforderung, "weiter gemeinsam für den Schutz unserer gemeinsamen Heimat zu kämpfen".

Zuvor hatte auch die für Umwelt- und Entwicklungsfragen zuständige Kommission der US-Bischöfe den Ausstieg aus dem Klima-Abkommen kritisiert, allerdings mit zurückhaltenderen Worten: Die "zutiefst Besorgnis erregende" Entscheidung Trumps schade den Menschen in den Vereinigten Staaten und in der übrigen Welt, besonders den Ärmsten, hieß es in einer Stellungnahme des Kommissionsvorsitzenden Bischof Oscar Cantu. Die gesamte katholische Kirche unterstütze das Pariser Abkommen. Es sei zu hoffen, "dass der Präsident konkrete Wege vorschlägt, den globalen Klimawandel anzugehen und Umweltschutz zu fördern", so die am Donnerstag verbreitete Erklärung.

Vom Vatikan war bis Samstagmittag keine offizielle Stellungnahme zu erhalten. Papst Franziskus hatte Trump bei dessen Besuch am 24. Mai unter anderem seine Umwelt-Enzyklika "Laudato si" mitgegeben. Zudem habe Franziskus den US-Präsidenten "gedrängt, sich an die Vereinbarungen von Paris zu halten", hatte US-Außenminister Rex Tillerson anschließend erzählt. (KNA)

Linktipp: Am Ende gelöster als zu Beginn

Das mit Spannung erwartete erste Treffen zwischen Papst Franziskus und US-Präsident Donald Trump ist vorbei. Die ersten Eindrücke vom Verlauf gab ausgerechnet der Papst selbst - mit seiner Mimik. (Artikel vom Mai 2017)

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