USA: Krankenkasse zahlt Suizid statt Therapie
Die Krankenversicherung einer todkranken Amerikanerin will die Kosten einer Sterbehilfe übernehmen, nicht aber die für die Therapie. Den Antrag auf eine lebensverlängernde Chemotherapie habe der Versicherer abgelehnt, erklärt die Kalifornierin Stephanie Packer in einem YouTube-Video. Stattdessen sei die Versicherung dazu bereit gewesen, die Kosten für die Medikamente für den assistierten Suizid zu zahlen.
Krankheit mit tödlichem Verlauf
Packer leidet seit mehreren Jahren an Sklerodermie, eine seltene Krankheit, die zu Bindegewebsverhärtungen auf der Haut und den inneren Organen führen kann. Die vierfache Mutter erklärt in dem Video, die Krankheit habe bei ihr einen schweren Verlauf genommen, da besonders die Lunge betroffen sei und es früher oder später zu einem Lungenversagen kommen werde.
In dem Interview-Video spricht Packer auch darüber, wie empört sie über die Entscheidung der Versicherung war: "Es war als ob mir jemand in den Bauch geschlagen hatte." Sie habe sich dadurch besonders verletzt gefühlt, da die aktive Sterbehilfe erst eine Woche zuvor im US-Bundesstaat Kalifornien legalisiert worden war.
Sterbehilfe nur in vier Bundesstaaten erlaubt
Packer, die sich in Selbsthilfegruppen für Kranke engagiert, kritisiert an der ärztlich begleiteten Sterbehilfe unter anderem, dass dadurch palliative Angebote und die Unterstützung für sterbenskranke Menschen keinen Platz mehr in der Gesellschaft hätten. In den USA ist Sterbehilfe momentan nur in vier Staaten erlaubt, in Kalifornien seit Juni 2016. Das Video wurde auf dem YouTube-Kanal des privaten Zentrums für Biotehtik und Kultur in Kalifornien veröffentlicht. (rom)