Vater und Sohn werden beide Priester
In den USA werden demnächst ein Vater und sein Sohn zu Priestern geweiht. Über die seltene Konstellation berichtete der "Milwaukee Journal Sentinel", der Peter Infanger (63) und seine beiden Söhne vorstellt, von denen Andrew Infanger (30) am 19. Mai seine Priesterweihe für das Erzbistum Milwaukee feiert. Der Vater soll 2019 zum Diakon geweiht werden und ein Jahr später zum Priester.
Zum Schicksalsjahr für beide Männer wurde 2013. Damals wurde Andrew nach längerer einer längeren Phase der Berufsfindung in das Franz-von-Sales-Seminar im Süden Milwaukees im Bundesstaat Wisconsin aufgenommen. Peter wurde Witwer als seine Frau wenige Tage nach der Diagnose an Krebs starb. Zudem wurde er kurz darauf entlassen. Der gläubige Mann, der früher den Beruf wechseln wollte, machte sich auf die Suche nach seiner Berufung und landete schließlich beim Priestertum. Seit 2014 wird Peter im zwischen Chicago und Milwaukee gelegenen Mundelein Seminary (Bistum Joliet) ausgebildet.
Der Tod seiner Frau sei "eines der schlimmsten Dinge gewesen, die passieren konnten," sagte Peter Infanger der Zeitung. Aber Gott habe ihm eine zweite Berufung geschenkt, um anderen zu helfen. "Es gab so viele Leute, die zu mir kamen und sagten: 'Meine Güte, du warst 34 Jahre verheiratet, du weißt wirklich, was es bedeutet, verheiratet zu sein… Kannst du mir helfen?'", erzählte er.
Bereits als seine Söhne klein waren, wollte Peter Infanger seinen Beruf im Bereich Marketing aufgeben und bei christlichen Wohlfahrtsverbänden arbeiten. Seine Frau brachte ihn dazu, zu bleiben und die karitativen Arbeiten ehrenamtlich zu tun. So unterrichtete er Religion, engagierte sich in seiner Pfarrei und hielt mit Häftlingen im Gefängnis Briefkontakt.
Sein Sohn Andrew Infanger hatte nach seinem Theologiestudium zunächst vor, Wander- und Abenteuertouren zu leiten. Aber nach 70 Tagen auf dem Kajak und als Rucksack-Tourist merkte er, dass es ihm wichtig ist, am Sonntag in die Kirche zu gehen, was in diesem Beruf nicht möglich wäre. Er begann, mit Kindern zu arbeiten und katholische Ferienlager zu leiten, wo er den Ruf zum Priestertum spürte.
Laut den Infangers gibt es in den USA nur einen weiteren Fall mit einer ähnlichen Situation. 2016 sei ein Mann zwölf Jahre nach dem Tod seiner Frau geweiht worden, der zehn Kinder hatte, davon zwei Priester. Katholische Priester sind zu einem ehelosen Leben verpflichtet. In Deutschland wurde 2015 ein damals 27-Jähriger geweiht, dessen Vater als Pastor von der evangelischen Kirche übergetreten war und seit 2004 katholischer Priester ist. (luk)