Vatikan warnt vor Populismus und Abschottung
Der Vatikan hat sich besorgt über einen wachsenden Populismus in Europa und über Entwicklungen in den USA geäußert. "Abschottungen sind kein gutes Zeichen; dahinter verbirgt sich Angst, und die ist kein guter Ratgeber", sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im italienischen Staatsfernsehen RAI am Montagabend. "Es besteht die Gefahr, dass die Geschichte sich wiederholt", hob er hervor. An die italienische Politik appellierte der zweite Mann des Vatikan nach dem Papst, sie müsse nahe bei den Menschen sein.
Parolin äußerte sich anlässlich der Unterzeichnung der Lateranverträge vor 88 Jahren. Dazu findet an diesem Dienstag eine Feierstunde in der italienischen Vatikanbotschaft statt. Die Lateranverträge vom 11. Februar 1929 hatten die seit der Eroberung Roms durch die piemontesischen Truppen 1871 und die Annektierung des Kirchenstaats offene "Römische Frage" gelöst. Mit den Verträgen wurden der Vatikanstaat geschaffen, ein Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien geschlossen und eine Entschädigungszahlung an den Vatikan in Höhe von 1,75 Milliarden Lire für den Verlust des Kirchenstaates vereinbart. (KNA)