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Dorothea Sattler über die Hunger- und Flüchtlingskrise

Verhungern lassen?

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Schachfigur
Bonn - Dorothea Sattler über die Hunger- und Flüchtlingskrise

Die von den USA und Russland erwirkte brüchige Waffenruhe im grausamen Bürgerkrieg von Syrien hat Hilfsorganisationen endlich die Möglichkeit eröffnet, den hungernden Menschen in eingekesselten Städten und Dörfern Grundnahrungsmittel und dringend benötigte Medikamente zu bringen. Wie lange noch werden die Ortschaften erreicht? Warum schauen so viele in der Weltgemeinschaft tatenlos zu?  Warum geht kein Aufschrei durch die Menschheit? Warum ist die Suche nach politischen Lösungen so schwierig?

Immerhin gab es in den letzten Tagen wieder eine Erinnerung in den Medien an die hungernden Menschen und Tiere in der Sahel-Zone, in Äthiopien, im Sudan und in angrenzenden Regionen. Täglich sterben dort tausende Kinder, Frauen und Männer. Die Not der Flüchtlinge darf die Not der hungernden Menschen nicht in Vergessenheit geraten lassen. Die jeweilige Lebensnot lässt keine Vergleiche zu. Auch im Norden der Erde verhungern Menschen – leiblich oder auch psychisch bedingt.

Warum gelingt es nicht, die Nahrungsmittel der Erde, die Gaben der Schöpfung, gerecht zu verteilen? Die einen leben im Überfluss, die anderen hungern und sterben. Im Gericht am Ende der Tage wird Jesus Christus auch zu mir sagen: Ich war hungrig, und Du hast mir nichts zu essen gegeben (vgl. Mt 25). Ratlosigkeit angesichts der weltpolitischen Lage und Gefühle der Ohnmacht sind in mir lebendig. Ich wünsche mir eine Verkündigung des Evangeliums an Karfreitag und Ostern, bei denen die Hungernden nicht vergessen werden – nicht im Wort und vor allem nicht durch Tatenlosigkeit.

Hinweis

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