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Geistlicher wollte nicht mit Regime zusammenarbeiten

Vor 17 Jahren in China verschwundener Bischof vermutlich tot

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Peking - Seit 2003 hat Bischof James Su Zhimin niemand mehr gesehen. Nach einer Anfrage der chinesischen Behörden an den Vatikan gehen Beobachter nun davon aus, dass er tot ist. Er hatte sich gegen die chinesischen Behörden gestellt.

Der zuletzt vor 17 Jahren gesehene chinesische Untergrundbischof James Su Zhimin ist vermutlich tot. Die kommunistischen Behörden Chinas hätten den Vatikan gebeten, den Koadjutor Bischof Francis An Shuxin zum Bischof des Bistums Baoding zu ernennen, berichtete der asiatische Pressedienst Ucanews (Donnerstag) unter Berufung auf Su Tianyo, den Neffen des vermissten katholischen Bischofs.

Der 1932 geborene Bischof James Su Zhimin von Baoding in der Provinz Hebei wurde laut Ucanews zuletzt 2003 von einem Katholiken in einem Krankenhaus in Baoding gesehen. Su, der heute 88 Jahre alt wäre, war sechs Jahre zuvor wegen seiner Weigerung verhaftet worden, der staatlichen "Chinesischen Katholischen Patriotischen Vereinigung" (CCPA) beizutreten. Die CCPA ist die vom Vatikan nicht anerkannte offizielle katholische Kirche der kommunistischen Volksrepublik China.

Bis heute weigern sich zahlreiche Mitglieder der chinesischen Untergrundkirche, mit der CCPA zusammenzuarbeiten und müssen dafür zum Teil Repressionen in Kauf nehmen. So musste Su laut Aktivisten Hausarrest, Inhaftierung und Arbeitslager ertragen. Sein Neffe wirft dem Vatikan vor, seinen Onkel nicht ausreichend unterstützt zu haben.

Offiziell wurde Su nie anerkannt

Die staatlichen Behörden haben den vatikantreuen Bischof Su nie anerkannt. Stattdessen betrachteten sie Bischof An, seinen Assistenten, als den Bischof von Baoding. Der 71-Jährige gehörte ursprünglich der Untergrundkirche an und wurde 1993 heimlich zum Weihbischof geweiht. 1996 wurde An festgenommen und zehn Jahre lang unter Hausarrest gestellt. Nach seiner Freilassung 2006 erklärte er sich zur Kooperation mit der CCPA bereit und wurde zunächst stellvertretender Vorsitzender der CCPA in Baoding und 2010 von den Behörden als Bischof von Baoding eingesetzt.

Manche Mitglieder der Untergrundkirche sehen An wegen seiner Zusammenarbeit mit den Behörden als Verräter und nicht mehr als ihren Bischof. Sie werfen ihm vor, dem Glauben für ein komfortables Leben entsagt zu haben.

Im September läuft das 2018 geschlossene, bislang unveröffentlichte provisorische Abkommen zwischen dem Vatikan und China über Bischofsernennungen aus. Die Verhandlungen über ein Folgeabkommen sollen dem Vernehmen nach in diesem Monat beginnen.

In China gibt es zwei Kirchenstrukturen: Die vom Staat anerkannte CCPA und Untergrundgemeinden. Je nach Provinz ist die Lage sehr unterschiedlich: Manchmal gibt es nur eine der beiden Gruppen, manchmal existieren beide nebeneinander. In manchen Landesteilen wird die Untergrundkirche diskriminiert. So werden ihre Kirchen abgerissen, Priester verhaftet oder Gläubige drangsaliert. (cph/KNA)

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