Wie der Papst es fordert…
Im Geschäftsjahr 2012/2013 hat Adveniat 2.225 Einzelprojekte in Lateinamerika und der Karibik mit 30,6 Millionen Euro gefördert, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Insgesamt habe das Hilfswerk die Kirche in Lateinamerika mit 39,5 Millionen Euro unterstützt. Haupteinnahmen waren rund 43,9 Millionen Euro aus Kollekten und Spenden, rund eine Million weniger als im Vorjahr. Das Haushaltsjahr bezieht sich auf den Zeitraum vom 1.10.2012 bis 30.09.2013.
Noch keine Erkenntnisse zum Tebartz-Effekt
"Wir gehören sozusagen zu den Gewinnern der Papstwahl", sagte der für Adveniat zuständige Bischof Franz-Josef Overbeck. In einer Botschaft an die Katholiken in Deutschland hatte Franziskus im Dezember um großherzige Spenden gebeten und Adveniat eine "verlässliche und nachhaltige Unterstützung" zugesprochen. Diese Aktion kurz vor der Weihnachtskollekte 2013 sei "sehr erfreulich" gewesen.
Mit Blick auf die Vorgänge im Bistum Limburg um Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst habe man sich "Sorgen um die Kollekte gemacht" und ein Schreiben an alle Pfarreien in Deutschland verschickt. "Wir hoffen jetzt auf ein gutes Ergebnis der Kollekte, zu der uns zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Zahlen vorliegen", sagte Overbeck. Die Weihnachtskollekte 2012 hatte 29,6 Millionen Euro ergeben.
Aktionen drehen sich um Fußball-WM und Jugend
Für dieses Jahr kündigte der Essener Bischof eine neue Kampagne rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien an: "Adveniat wird sich mit einer besonderen Aktion an die Seite der Armen stellen und ihre Rechte einfordern." Die Advents- und Weihnachtsaktion 2014 unter dem biblischen Motto "Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch" soll die Jugend in Lateinamerika in den Mittelpunkt stellen, ergänzte Klaschka. Insbesondere gehe es um die Jugendlichen, "die in armen Verhältnissen aufwachsen und aus verschiedenen Gründen an den Rand gedrängt werden". Die Aktion wird am ersten Advent in Augsburg eröffnet.
Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Adveniat erneut das Spenden-Siegel zuerkannt und den Werbe- und Verwaltungsanteil von 9,9 Prozent als sehr niedrig eingestuft. Overbeck erläuterte darüber hinaus Änderungen in der Rechtsstruktur des Hilfswerks, die 2014 umgesetzt werden sollen. Als wichtige Neuerung nannte er insbesondere einen "Nachhaltigkeitsfilter", der sicherstellen soll, dass Geld immer nach ethischen Kriterien angelegt wird. Zudem solle die Wirkung der einzelnen Hilfsprojekte genauer untersucht werden. (luk/KNA)