"Wir danken Bischof Huonder"
Pro Ecclesia könne diese "Attacken" nicht akzeptieren, schreibt die Gruppierung, die sich nach eigenen Angaben für die "unverkürzte katholische Lehre" einsetzt. Bischof Huonder habe lediglich aus der Bibel zitiert. "Mit den Zitaten sollte ganz offensichtlich nicht eine bestimmte strafrechtliche Sanktion befürwortet, sondern die prinzipiell klare Ablehnung homosexueller Praktiken in der jüdisch-christlichen Tradition belegt werden", heißt es weiter. Pro Ecclesia hätte sich eine "aufrichtige Diskussion" darüber gewünscht; doch daran sei "man offenbar gar nicht interessiert".
"Menschen mit anderer Meinung einschüchtern"
Mit der übermäßigen Kritik gegen den Bischof geht es nach Meinung von Pro Ecclesia darum, "die Kirche zur Änderung ihrer Lehre zu zwingen und Menschen mit anderer Meinung einzuschüchtern". Ein Bischof solle sich bei seiner Verkündigung auf die Bibel berufen dürfen. "Oder soll jetzt ein 'Index der verbotenen Bibelverse' verordnet werden?", fragt die Volksbewegung. Sich gegen den Zeitgeist zu stellen, sei nicht einfach und erfordere Mut. "Dafür danken wir Bischof Vitus Huonder." Unterlegt ist der Text mit der schwarzen Silhouette eines Hirten vor himmelblauem Hintergrund.
Die Gruppierung hatte 2004 nach eigenen Angaben rund 4.500 Mitglieder. Einen Anhaltspunkt für die aktuelle Mitgliederzahl bietet die "Katholische Wochenzeitung" mit einer Auflage von etwa 3.000 Exemplaren.
Pastorale Liebe statt Hetze gegen Homosexuelle: Im Interview mit der Boulevardzeitung "Blick" hat der Schweizer Bischof Vitus Huonder seine viel diskutierten Zitate aus dem Alten Testament erläutert. Gleichzeitig übte er Kritik an den Medien.
Huonder hatte bei einem Vortrag über Ehe, Sexualität und Familie auch Bibelstellen aus dem alttestamentlichen Buch "Levitikus" zitiert. Unter anderem werden darin sexuelle Handlungen zwischen Menschen gleichen Geschlechts als "Gräueltaten" bezeichnet, die "mit dem Tod bestraft" werden.
"Keine Vielfalt der Ehe- und Familienmodelle"
Diese zitierten Stellen allein, so Huonder, "würden genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben". Die Aussage habe auch Bedeutung für die Definition der Ehe und der Familie: "Da gibt es keine Vielfalt der Ehe- und Familienmodelle", folgerte der Bischof.
Diese Aussagen hatten eine breite Debatte ausgelöst. Huonder bedauerte später, dass sein Vortrag "in den Medien vereinzelt als Herabsetzung homosexueller Menschen verstanden" worden sei. Der Schweizer Dachverband der Schwulen, "Pink Cross", reichte Strafanzeige gegen den Churer Bischof ein. (KNA)