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Michaela Pilters über die Pressefreiheit in der Türkei

Wir sind Deniz

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Schachfigur
Bonn - Michaela Pilters über die Pressefreiheit in der Türkei

Unverständnis und Empörung über die angeordnete Untersuchungshaft für den Korrespondenten der WELT, Deniz Yücel. Es ist gut, dass zahlreiche Solidaritätsaktionen in diversen Städten in Deutschland deutlich gemacht haben, dass der Umgang mit regimekritischen Journalisten in der Türkei nicht den Standards entspricht, die in der EU gelten. Yücel ist ja kein Einzelfall, er hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft und ist uns dadurch näher als die rund 150 türkischen Journalisten, die ebenfalls in der Türkei verhaftet worden sind. Aber auch um sie müssen wir uns sorgen.

Die Türkei liegt inzwischen laut Reporter ohne Grenzen im Ranking für Pressefreiheit auf Platz 151 von 180, zwischen Tadschikistan und der Demokratischen Republik Kongo. Die Presse- und Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, eine Grundlage für jede Demokratie, und es ist erschreckend zu beobachten, dass nicht nur in der Türkei, sondern generell kritische und unabhängige Berichterstattung zunehmend unerwünscht ist und behindert wird. Wer leichtfertig von Fake News und Lügenpresse spricht, verstärkt auch bei uns in Deutschland diese Tendenzen.

Wir Journalisten müssen unseren Beruf ethisch und verantwortungsvoll ausüben, um den Gegnern keine Argumente zu liefern. Aber wir brauchen auch die Unterstützung der Leser, Hörer und Zuschauer im Kampf für die Pressefreiheit. Die Solidarität mit Deniz Yücel muss ein Signal sein an die Politik, sich für  diesen demokratischen Grundwert engagiert einzusetzen und dafür auch den Zorn gewisser Diktatoren auf sich zu nehmen.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

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