Woelki: Kriegshelden gibt es nicht
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kann mit sogenannten "Kriegshelden" nichts anfangen. Die bekämen zwar "nach ruhmreichen Kampf- und Tötungstaten" einen eigenen Film, ein Denkmal oder einen Orden, sagte er am Sonntag dem Kölner domradio. Für ihn seien aber Menschen, die sich gegen Krieg und Gewalt einsetzen, "die einzig wahren Helden".
Helden vor Gott
Als Beispiel nannte Woelki den syrischen Zivilschützer Omar Khaled von der Organisation "White Helmets" (Weißhelme). Er war 2014 durch die Rettung eines Säuglings aus Aleppos Trümmern bekanntgeworden; im August wurde der 30-Jährige "von einer Fassbombe Assads getötet", so der Erzbischof.
"Überall auf der Welt gibt es Menschen wie Omar, die sich nicht abfinden wollen mit den grausamen Kriegen und Ungerechtigkeiten dieser Welt", sagte Woelki. "Auch wenn diese vielen Menschen meist völlig unbekannt bleiben und nie einen Orden bekommen - Gott wird sie liebevoll in seinen Armen aufnehmen."
Die Organisation "Weißhelme" (Syria Civil Defence) wurde im September für ihr Engagement bei der Rettung von Zivilisten im syrischen Bürgerkrieg mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die preisstiftende Right Livelihood Award Foundation erklärte in Stockholm, die 3.000 Freiwilligen riskierten seit 2013 ihr Leben, um Menschen aus Kriegstrümmern zu retten.
Aus Bäckern werden Feuerwehrleute
"Die Weißhelme waren zu Friedenszeiten Bäcker, Schneider, Verkäufer oder Lehrer und haben nun - als ausgebildete Feuerwehrleute, Such- und Rettungskräfte sowie Sanitäter - über 60.000 Menschenleben gerettet", hieß es. (KNA)
Hunderttausende Zivilisten leiden unter den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen um die nordsyrische Stadt Aleppo. Weltweit machen Kirchen mit ihren Glocken auf ihr Schicksal aufmerksam.