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Wovon Benedikt XVI. im Ruhestand leben wird

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Benedikt XVI. sitzt auf einer Parkbank.
Vatikanstadt - Der Papst geht in Rente, aber wer zahlt? Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Im Laufe eines langen Berufslebens hat der Priester, Professor, Präfekt und Pontifex diverse Pensionsansprüche erworben - aber auch wieder verloren.

Bayern sieht sich jedenfalls nicht in der Pflicht, seinen ehemaligen Beamten auf Lebenszeit zu alimentieren. 1969 war der Startheologe von der Universität Tübingen auf einen Lehrstuhl nach Regensburg gewechselt und vom Freistaat verbeamtet worden. Nach Auskunft des bayerischen Wissenschaftsministeriums wurde Ratzinger jedoch am 26. Mai 1977 aus dem Beamtenstand entlassen. Zwei Tage später war der Professor nach dem Willen von Papst Paul VI. Erzbischof von München und Freising. Damit wurde seine staatliche Beamtenpension hinfällig.

Die katholischen Bischöfe Bayerns erhielten bis zum Jahreswechsel ihr Gehalt oder ihre Ruhestandsbezüge von der staatlichen Finanzkasse. Nach einer Gesetzesänderung überweist der Freistaat seither der Kirche nur noch einen Pauschalbetrag, aus dem dann die einzelnen, historisch seit der Säkularisation bestehenden Ansprüche bedient werden. Doch auch diese Quelle wird für den Papst a.D. nicht sprudeln - weil er nicht als Münchner Erzbischof den Dienst quittiert hat, sondern 1982 nach Rom wechselte, wie ein Sprecher des Kultusministeriums erläutert.

Sparsamer Ratzinger

Das Salär von Kurienbediensteten ist nach allem, was man hört, eher karg bemessen - angesichts der horrenden Lebenshaltungskosten in Rom. Seine Heimatdiözese engagierte sich damals für Joseph Ratzinger: Das Erzbistum München-Freising füllte einen Fonds mit umgerechnet einer Million Euro, auf dessen Erträge der Präfekt der Glaubenskongregation zugreifen konnte. Aber offenbar schöpfte der sparsame Ratzinger diese Möglichkeiten nie aus.

"Zweimal hat er ein Dienstauto für die Kongregation gekauft", sagt Bistumssprecher Bernhard Kellner und fügt hinzu: "in großen Abständen". Außerdem ließ der Kardinal aus diesem Topf eine elektronische Schreibmaschine reparieren. Mehrfach unterstützte er mit dem Geld notleidende Familien und Priester in aller Welt.

Dieses Finanzgebaren passt zu Ratzingers einfacher Herkunft aus der Familie eines Dorfpolizisten, die materiell nie auf Rosen gebettet war. Nach seiner Wahl zum Papst im April 2005, so Kellner, habe Benedikt XVI. den Fonds nicht mehr in Anspruch genommen.

Ratzinger ist Münchner Diözesanpriester und arbeitete auch einige Zeit vor seiner Hochschulkarriere in der Seelsorge. Für die Altersversorgung der Geistlichen gibt es bei den Bistümern eigene Pensionskassen, genannt Emeritenanstalten. Ob hieraus dem emeritierten Kirchenoberhaupt in München nun eine Rente zusteht, wird dem Vernehmen nach noch geprüft.

Einnahmen aus Buchverkäufen

Darauf angewiesen dürfte der bald 86-Jährige nicht sein. Seine Bücher verkaufen sich nach wie vor blendend. Allerdings fließen die Tantiemen an den vatikaneigenen Verlag "Libreria Editrice Vaticana", der alle Rechte hält. Inwieweit der Autor künftig an den Erlösen beteiligt wird, ist unklar. Bisher profitierten papstnahe Stiftungen und das päpstliche Hilfswerk "Cor Unum" davon.

Was verdient eigentlich ein Papst? Wer im Vatikan so fragt, bekommt die knappe Auskunft: "Er erhält das, was er benötigt." Es ist nicht anzunehmen, dass sich daran etwas ändert, wenn sich Benedikt XVI. auf sein Altenteil im Kloster zurückgezogen hat. Der Vatikan wird den Aufwand für den Sechs-Personen-Haushalt seines Ex-Chefs begleichen."Man kann ihn ja nicht verhungern lassen", sagt sein älterer Bruder Georg.

Von Christoph Renzikowski (KNA)

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