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Papst Franziskus würdigt Kirchenlehrer Hieronymus

Apostolisches Schreiben "Scripturae Sacrae affectus" veröffentlicht

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Papst Franziskus am Schreibtisch
Vatikanstadt - Kurz vor Veröffentlichung der neuen Enzyklika "Fratelli tutti" ist ein weiteres päpstliches Dokument erschienen: Im Apostolischen Schreiben "Scripturae Sacrae affectus" würdigt Papst Franziskus eine "herausragende Gestalt in der Kirchengeschichte".

Papst Franziskus hat den Kirchenlehrer Hieronymus (347-420) zu dessen 1.600 Todestag am 30. September mit einem Apostolischen Schreiben gewürdigt. Unter dem Titel "Scripturae Sacrae affectus" bezeichnete er den Gelehrten, Theologen und Übersetzer als "herausragende Gestalt in der Kirchengeschichte". Das Erbe von Hieronymus, ein "vehementer Verteidiger der christlichen Wahrheit", sei für Christen des 21. Jahrhunderts weiter hochaktuell.

Um Leben und Wirken des Hieronymus verstehen zu können, müsse man zwei Dimensionen seines Glaubenslebens miteinander verbinden, so der Papst: die absolute und rigorose Hingabe an Gott sowie die beharrliche Forschungstätigkeit. Dieses "zweifache Zeugnis" sei vorbildlich. Daher zähle Hieronymus "mit Fug und Recht zu den großen Gestalten der Alten Kirche".

Der heilige Hieronymus, geboren um das Jahr 347 als Eusebius Hieronymus Sophronius in der römischen Provinz Dalmatia, gilt als einer der vier großen Kirchenväter der katholischen Kirche. Auch zahlreiche andere Konfessionen verehren ihn. Seine Gebeine befinden sich in Rom in der Basilika Santa Maria Maggiore.

"Vulgata" als bedeutendstes Werk

Getauft wurde Hieronymus, wie damals üblich, im Erwachsenenalter während seines Rhetorik-Studiums in Rom. Bei einer Reise nach Trier geriet er mit dem entstehenden Mönchtum in Kontakt und entschloss sich zu einem asketischen Leben. Zeitweise lebte er am Rande der syrischen Wüste nahe Aleppo als Einsiedler, vertiefte die Askese und seine vielfältigen Sprachkenntnisse. Nach der Priesterweihe in Antiochia kehrte der Geistliche 382 nach Rom zurück. Als Seelsorger scharte er vornehme Witwen und Jungfrauen um sich, die ihm folgten und - unter anderem durch das Kopieren der Schriften - maßgeblich an der Verbreitung seiner Werke beteiligt waren.

Über mehrere Stationen kam der Gelehrte 386 in Bethlehem an. Neben Bibelauslegungen und Übersetzungen theologischer Werke schrieb er Heiligenviten, landeskundliche Abhandlungen, Predigten und zahllose Briefe. Am Geburtsort Jesu entstand auch sein bedeutendstes Werk, die "Vulgata", die weitestverbreitete lateinischen Übersetzung der Bibel aus dem Hebräischen. Die katholische Kirche benutzte sie bis in die Frühe Neuzeit als maßgebliche Version der Bibel.

Die neue Papst-Enzyklika "Fratelli tutti" soll am 4. Oktober veröffentlicht werden. In dem Dokument will sich Franziskus zu einer globalen Neuorientierung nach der Corona-Pandemie aus christlicher Sicht äußern. Zur Unterzeichnung des Schreibens begibt sich der Papst am Tag zuvor (3. Oktober) nach Assisi zum Grab des heiligen Franziskus. Der Titel des Schreibens stammt aus einem Zitat des Ordensgründers; die Überlegungen sind zudem stark von den Impulsen des Heiligen geprägt. (tmg/KNA)

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