Suche

Auf den Prüfstand

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Ein Kardinal bei der Feier eines Gottesdienstes im Petersdom.
Vatikanstadt - Die Leitung der Weltkirche muss nach Auffassung des Sekretärs der neuen Kardinalskommission für eine Kurienreform, dem Bischof von Albano, Marcello Semeraro, kollegialer ausgeübt werden. Die Leiter der vatikanischen Kongregationen müssten gegenüber dem Staatssekretariat wieder eine größere Eigenständigkeit erhalten, forderte Semeraro in einem Interview der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera".

Auch Rolle des Kardinalstaatssekretärs müsse auf den Prüfstand. Dessen heutige Position sei von Paul VI. (Papst von 1963 bis 1978) geprägt, der den vatikanischen Staatssekretär als Bindeglied zwischen Papst und Kuriendikasterien definiert habe. Das Amt übt derzeit der italienische Kardinal Tarcisio Bertone aus. Er war schon unter Benedikt XVI. zunehmend in die Kritik geraten, vor allem für seine Rolle in der Affäre um den Holocaust-Leugner Williamson. Ob Bertone im Amt bleibt, gilt als fraglich.

Erste Reformvorschläge schon vorhanden

Semeraro sagte der Zeitung weiterhin, Spitzenvertreter der römischen Kurie müssten regelmäßigeren Zugang zum Papst haben. Die ersten Vorschläge für eine Kurienreform seien zudem schon bei ihm eingegangen seien.

In der gleichen Ausgabe des "Corriere della Sera" kritisiert der chilenische Kardinal Francisco Javier Errazuriz eine mangelnde Internationalisierung der Kurie. Auch er ist Mitglied der am Samstag von Papst Franziskus einberufenen Reform-Kommission. "Bisher arbeiten etwa 40 Bischöfe aus Europa direkt mit dem Papst zusammen, nur 12 oder 13 sind Nicht-Europäer. Das muss sich ändern", so Errazuriz.

Keine schnellen Ergebnisse

In den kommenden Tagen sollen weitere Details zu den Vorstellungen der achtköpfigen Kardinalsgruppe bekannt gegeben werden. Franziskus hatte am Samstag acht Kardinäle beauftragt, Vorschläge für eine Kurienreform zu erarbeiten, unter ihnen auch der Münchener Kardinal Reinhard Marx.

Mit schnellen Ergebnissen ist jedoch nicht zu rechnen. Die erste offizielle Zusammenkunft der Kommission ist für Oktober geplant. In Kontakt mit den Kardinälen steht der Papst jedoch schon jetzt. Im Rahmen der täglichen Kardinalsversammlungen während des Vorkonklaves war sowohl von Kurienkardinälen als auch von Kardinälen aus der Weltkirche eine Reform der römischen Kurie gefordert worden. (gho/KNA/Radio Vatikan).

kna-katholisch-swarm-node3 (0.014s)