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Papst betet für guten Verlauf des Weltjugendtags in Rio

Ausflug nach Castel Gandolfo

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Castel Gandolfo - Papst Franziskus hat am Sonntag einen kurzen Ausflug an seinen Sommersitz Castel Gandolfo südlich von Rom gemacht. Vor tausenden Pilgern sprach er dort vom Hauptportal des Apostolischen Palastes aus erstmals auch das Angelus-Gebet. Der Papst erwähnte dabei seine erste Auslandsreise, die ihn zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro führen wird. Es war sein erster offizieller Besuch in Castel Gandolfo; am 23. März hatte Franziskus seinen emeritierten Vorgänger Benedikt XVI. besucht .

Der Papst hofft nach eigenen Worten auf einen guten Verlauf des bevorstehenden Weltjugendtags. Er werde sich in acht Tagen nach Brasilien begeben; viele Teilnehmer reisten schon vorher an, sagte das Kirchenoberhaupt: "Beten wir für diese große Wallfahrt, die jetzt beginnt, damit die Gottesmutter von Aparecida, die Patronin Brasiliens, die Schritte der Teilnehmer lenkt und ihre Herzen für die Mission Christi öffnet."

Franziskus reist am 22. Juli nach Brasilien. Höhepunkte des Weltjugendtags sind der Kreuzweg am darauffolgenden Freitag, die Gebetswache am Samstag und die Abschlussmesse am 28. Juli, zu der mehrere Millionen Menschen erwartet werden.

"Guter Samariter" ein Musterbeispiel für Nächstenliebe

Das "Gleichnis vom barmherzigen Samariter", kolorierter Kupferstich von Matthäus Merian d. Ä. (1593-1650).

In seiner kurzen Ansprache vor rund 20.000 Menschen ging der Papst auf den "Barmherzigen Samariter" aus dem Tagesevangelium ein, den er als ein klares Beispiel für Nächstenliebe hervorhob. Anders als die beiden Kultdiener im Bericht des Evangeliums sei der Angehörige der von den Juden verachteten Minderheit nicht achtlos an dem Schwerverletzten vorübergegangen, sondern habe sich um ihn gekümmert und ihn gepflegt, sagte Franziskus.

Gott verlange vom Menschen vor allem Barmherzigkeit und nicht Brandopfer, zitierte der Papst das Sonntagsevangelium. Dabei komme es insbesondere auf die innere Gesinnung des Menschen an. "Gott will Barmherzigkeit und nicht, dass wir umhergehen und Geld ohne eine barmherzige Gesinnung verteilen."

Appell an Ärzte und Pflegekräfte

Als herausragendes Beispiel einer solcher Barmherzigkeit bezeichnete der Papst das Engagement des vor exakt 400 Jahren gestorbenen Heiligen Camillo de Lellis, des Gründers des nach ihm benannten Krankenpflegeordens. Aus diesem Anlass richtete Franziskus einen besonderen Gruß an alle Kamillianer, die wie ihr Gründern "das Charisma der Liebe im täglichen Kontakt mit den Kranken leben". Er appellierte an alle Ordensmitglieder und die in ihren Krankenhäuser tätigen Ärzte und Pfleger: "Seid wie die guten Samariter".

Franziskus sprach das Angelus-Gebet vor dem päpstlichen Sommerpalais im Zentrum von Castel Gandolfo. Nach der zehnminütigen Zeremonie mit kurzer Ansprache und päpstlichem Segen ging er auf die Menschen zu, schüttelte viele Hände und sprach insbesondere mit Kranken und Behinderten.

Päpstliche Residenz im Sommer ohne Papst

Fast die gesamte Bevölkerung der Kleinstadt oberhalb vom Albaner See und viele Gäste waren zu der Begegnung mit dem neuen Kirchenoberhaupt gekommen. Nach der Begegnung mit der Bevölkerung traf der Papst sich zum gemeinsamen Mittagessen mit den Jesuiten, die in den Gärten der Papstvilla die vatikanische Sternwarte leiten.

Benedikt und Franziskus am 23.03.13 beim Gespräch in Castel Gandolfo.
Benedikt XVI. und Franziskus am 23.03.13 beim Gespräch in Castel Gandolfo.

Anders als seine Vorgänger verbringt Franziskus die heiße Jahreszeit nicht an seinem Sommersitz südöstlich von Rom, sondern bleibt im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Johannes Paul II. (1978-2005) und auch Benedikt XVI. (2005-2013) begaben sich mit Beginn der Sommerferien Anfang Juli in der Regel zunächst zu einem zweiwöchigen Bergaufenthalt in die norditalienischen Alpen. Den Rest der heißen Wochen bis Ende September verbrachten sie - wie schon ihre Vorgänger - in Castel Gandolfo. Zuletzt hatte Johannes XXIII. (1958-1963) aus gesundheitlichen Gründen auf die Reise rund 30 Kilometer südöstlich von Rom verzichtet. Den Sommer 1962 verbrachte er im Johannes-Turm in den vatikanischen Gärten.

Franziskus war am frühen Sonntagmorgen mit dem Auto vom Vatikan aus aufgebrochen. Er dankte den 55 Angestellten der Residenz, von denen sich die Hälfte um die Gartenanlagen kümmert. Den Bürgern und Pilgern sagte er, dass sie Castel Gandolfo "zu recht lieben, durch seine Schönheit ergriffen sind und einen Moment der Ablenkung finden. " Er erinnerte auch an seine Vorgänger: "In diesem Moment gehen meine Gedanken zum seligen Johannes Paul II. und zu Benedikt XVI., die es liebten, einen Teil der Sommerzeit in dieser päpstlichen Residenz zu verbringen ... Möge ihr Zeugnis euch immer eine Ermutigung bei der täglichen Treue Christi gegenüber sein und bei der beständigen Anstrengung, ein Leben in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Evangeliums und den Lehren der Kirche zu führen." (luk/dpa/KNA/Radio Vatikan)

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