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Kirchenoberhaupt wurde für seine gelebte Nächstenliebe ausgezeichnet

"Bambi" für den Papst

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Berlin - Ein Rehkitz für den Papst: Franziskus ist am Donnerstagabend mit dem "Bambi" für seine gelebte Nächstenliebe ausgezeichnet worden. Den Preis selbst hatte der Papst bereits vorab im Vatikan erhalten.

"Bambi" im Vatikan: Bei der "Bambi"-Gala in Berlin wurde am Donnerstagabend per Video die Verleihung des Rehkitzes an Papst Franziskus gezeigt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte den Medienpreis in der Kategorie "Millennium" bereits in der vergangenen Woche in Rom entgegengenommen. Überreicht wurde die goldglänzende Rehfigur von der aus Syrien stammenden Yusra Mardini, die bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro in diesem Sommer Mitglied des Flüchtlingsteams war.

Der Papst erhielt die Auszeichnung für seine gelebte Nächstenliebe. Die Laudatio für  Franziskus hielt in Berlin Altbundespräsident Horst Köhler. "Der Papst zeigt uns seine Nächstenliebe mit so viel Leichtigkeit und völlig ohne Angst, dass es fast schon eine Provokation ist", so Köhler. Diese Kompromisslosigkeit stehe der Politik zwar nicht zur Verfügung; trotzdem dürfe sie etwa in der Flüchtlingskrise die Achtung der Würde des Menschen nicht außen vor lassen. Er sei "saumäßig froh", dass der Papst mit dem "Bambi" gewürdigt werde, meinte der Altbundespräsident augenzwinkernd.

"Mit franziskanischer Fröhlichkeit schaffen wir das"

"Papst Franziskus hält uns den Spiegel vor, was Christsein bedeuten kann", so Köhler weiter. Er mache unmissverständlich klar, dass die christlichen Wurzeln Europas nicht Folklore sondern ein Anspruch an die Gesellschaft seien. Der Papst sei nicht naiv, betonte Köhler. "Zornig legt er den Finger in die Wunde globaler Ungerechtigkeit", etwa indem er daran erinnere, dass die seit Ende des Zweiten Weltkriegs größte Fluchtbewegung keine biblische Plage sei. "Sie ist das Ergebnis menschengemachter Kriege, menschengemachter Armut und des menschengemachten Klimawandels. Und damit liegen auch die Lösungen nicht in Gottes, sondern in der Menschen Hand", so Köhler. Die Menschheit werde Sicherheit und Wohlstand nur dann bewahren können, wenn alle Menschen auf der Welt in Würde leben könnten.

"Papst Franziskus provoziert uns alle, einen Weg zu einer gerechten Welt zu finden", betonte Köhler. "Wenn wir das ohne Angst tun, mit franziskanischer Fröhlichkeit und ruhig auch einer Prise Zorn, dann werden wir das auch schaffen." (stz/dpa/KNA)

Linktipp: Papst Franziskus erhält "Bambi"

Erst der Karlspreis und jetzt das: Papst Franziskus erhält zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate eine wichtige Auszeichnung. Diesmal wurde er jedoch nicht für sein politisches Engagement geehrt.

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