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Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen feiert Franziskus Weihnachten

Christmette: Papst erinnert an Flüchtlingskinder

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Franziskus nachdenklich neben dem Jesuskind
Vatikanstadt - Sei es im Bunker oder auf einem Flüchtlingsboot: Viele Kinder litten unter Krieg und Flucht, sagte Franziskus in der Christmette. Der Gottesdienst war flankiert von hohen Sicherheitsvorkehrungen - aus aktuellem Anlass.

Papst Franziskus hat an Heiligabend an das Leid vieler Flüchtlingskinder erinnert und zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Denken wir an das Kind in der Krippe, sagte er bei der Christmette am Samstagabend im Petersdom mit Blick auf die Geburt Jesu in der Weihnachtsgeschichte. Man müsse sich aber auch der Kinder annehmen, die gerade nicht in einer Wiege lägen und von der Liebe einer Mutter und eines Vaters umgeben seien.

Waffen statt Spielzeug

Stattdessen erinnerte er an Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen. An diejenigen "im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Bürgersteig einer großen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns". Zugleich gäbe es Kinder, die hungern, oder solche, die nicht Spielzeug, sondern Waffen in den Händen hielten.

Ein maltesisches Fischerboot ist 2016 Teil der Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz. Es soll an das Schicksal der Bootsflüchtlinge erinnern.
Ein maltesisches Fischerboot ist 2016 Teil der Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz. Es soll an das Schicksal der Bootsflüchtlinge erinnern.

Es ist das vierte Weihnachtsfest, das Franziskus als Oberhaupt von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken feiert. Am Weihnachtstag spendet er von der Mittelloggia des Petersdoms aus den Segen "Urbi et orbi" und richtet eine Friedensbotschaft an die Welt.

In der Christmette wandte sich Franziskus gegen ein konsumorientiertes Weihnachten, an dem man sich für Geschenke abmühe, aber gegenüber Ausgegrenzten gefühllos bleibe. Ablehnung und Gleichgültigkeit drohten dann, wenn "die Lichter des Kommerzes das Licht Gottes in den Schatten stellen". Eine verweltlichte Feierkultur habe Weihnachten "als Geisel genommen". Daraus müsse das Fest wieder befreit werden, so der Papst.

In und um den Petersdom hatten sich Tausende Gläubige versammelt, um die Christmette und die Worte des katholischen Kirchenoberhauptes zu verfolgen. Auf dem Petersplatz erstrahlte der festlich geschmückte Weihnachtsbaum. Teil der diesjährigen Krippe ist ein maltesisches Fischerboot - ein Mahnmal für die Flüchtlingskrise.

Die Weihnachtsfeierlichkeiten in Rom finden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Rings um den Vatikan sind an sieben Punkten teils gepanzerte Militärfahrzeuge postiert. Gottesdienstbesucher mussten sich einer Kontrolle unterziehen.

Racheakte befürchtet

Nach der Erschießung des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri forderte Roms Polizeichef Franco Gabrielli die Beamten zu höchster Wachsamkeit auf, da mit Racheakten zu rechnen sei. Nach Aussage eines Polizeisprechers am Samstagabend gab es indessen bislang keine Zwischenfälle. (gho/dpa/KNA)

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