Der Papst wird jetzt "Talkshow-Gast"
Franziskus wird "Talkshow-Gast". Von kommendem Mittwoch an steht der Papst im italienischen Fernsehsender "TV2000" wöchentlich einem italienischen Gefängnisseelsorger Rede und Antwort. Die Gesprächsreihe mit dem Titel "Padre nostro" - Vaterunser - wurde von dem Sender der Italienischen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem vatikanischen Sekretariat für Kommunikation produziert, wie Radio Vatikan am Mittwochabend berichtete.
Franziskus äußert sich im Gespräch mit dem italienischen Geistlichen Marco Pozza laut Radio Vatikan zur Botschaft Jesu, zu den Sorgen und Hoffnungen der Menschen von heute, aber auch zu seinem Verständnis des Papstamtes. Ausgangspunkt der Talkshow ist demnach jeweils das Vaterunser.
Auf dem Talkshow-Sofa nimmt der Papst allerdings nicht Platz. Zu Beginn jeder Sendung wird jeweils ein Ausschnitt aus seinem Gespräch mit Pozza eingespielt, das beide im Vatikan führten. Franziskus sitzt dabei auf einem Sessel. Anschließend diskutiert Pozza mit prominenten Vertretern aus dem Kultur- und Mediensektor. Das Gespräch wird in acht Teilen ausgestrahlt. In der letzten, der neunten Folge, ist das komplette Interview mit dem Papst zu sehen. Die Fernsehproduktion wurde am Mittwochnachmittag im vatikanischen Filmarchiv unter anderen vom Präfekten des vatikanischen Kommunikationssekretariates Dario Viganò vorgestellt.
In einem neuen Buch, das heute in Italien erscheint, gesteht Franziskus, dass er früher als Erzbischof Angst vor Journalisten gehabt habe. Doch mittlerweile schätze er Interviews, weil er sich nach einer katholischen Kirche sehne, die wisse, wie sie in den Dialog mit den Menschen von heute trete. Zwar bärgen Interviews auch die Gefahr, missverstanden zu werden. Aber dieses "pastorale Rsiko" gehe er gerne ein. (tja)