Die Geißel des Hungers bekämpfen
Auch der Weltfrieden sollte nach Ansicht des Papstes eine Rolle bei dem Gipfel spielen. Er hoffe, dass das Treffen zu einem schnellen Waffenstillstand im syrischen Bürgerkrieg und zum Beginn von Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien beitragen werde, schrieb er. Zudem regte der Papst an, den Schutz von Frauen und Kindern vor sexueller Gewalt in Konfliktgebieten in den Blick zu nehmen. Frieden sei hier ebenso wie beim Kampf gegen Hunger die Grundvoraussetzung für eine Lösung.
Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen
Weiter hob das Kirchenoberhaupt hervor, die derzeitigen ökonomischen Krisen seien der Beweis dafür, dass ethische Werte auch für die Wirtschaft zu gelten hätten. Der Mensch sei "nicht einfach ein weiterer ökonomischer Faktor oder ein verfügbares Gut", sondern besitze "ein Wesen und eine Würde, die nicht auf wirtschaftliche Kalkulation reduziert werden können". Das Ziel von Wirtschaft und Politik müsse sein, dem Menschen zu dienen, nicht, ihn zu beherrschen, mahnte Franziskus. Jeder einzelne Mensch müsse im Mittelpunkt von Wirtschaft und Politik stehen, da er die "wahrhaftigste und tiefste Ressource" sei.
Franziskus antwortete mit dem Brief auf ein Schreiben Camerons vom 5. Juni, in dem dieser dem Papst die Schwerpunkte des Gipfels der acht wichtigsten Industrienationen im nordirischen Lough Erne am Montag und Dienstag erläuterte. Großbritannien hat derzeit turnusgemäß die Präsidentschaft der Ländergruppe inne. (KNA)