Die neue Internationale
Papst Franziskus ist, wie man weiß, für Überraschungen gut. Nun erweitert er mit einem weiteren Konsistorium Ende Juni das Kardinalskollegium erneut. Nie zuvor waren so viele Länder im Kreis der Kardinäle vertreten, die an einer Papstwahl teilnehmen dürfen. Der 80-Jährige verjüngt und internationalisiert den Kreis der potenziellen Papstwähler.
Bei seiner Wahl zum Nachfolger von Papst Benedikt XVI. im März 2013 nahmen am Konklave noch 115 wahlberechtigte Kardinäle aus 48 Ländern teil. Ab Ende Juni werden es 121 potenzielle Papstwähler aus 62 Ländern sein. So viel Internationalisierung war nie. So global wollte sich die alte, europäisch-italienisch geprägte Weltkirche nie geben.
Sicher - es gibt noch die (alten) Tanker, die jeweils in zweistelliger Zahl Papstwähler stellen würden: Italien, die USA. Daneben auch Brasilien, Frankreich, Spanien mit kräftigen einstelligen Zahlen. Aber deren Dominanz nimmt mit jedem weiteren Konklave ab.
Die zentraleuropäische Dominanz ist, ganz zu recht, dahin. Denn katholische Kirche - das heißt Weltkirche. Ab Ende Juni stellen 16 europäische Länder potenzielle Papstwähler und daneben bereits 15 afrikanische Länder.
Und Franziskus setzt erneut auf die "Enden der Erde". Das sind diesmal nicht nur Mali und Laos, sondern - das mag überraschend klingen - durchaus auch Schweden. Erstmals überhaupt wird es einen schwedisch-stämmigen Purpurträger geben... Franziskus hatte das nordeuropäische Land, dessen (das wird ihm gefallen haben) sehr begrenzte Katholiken-Zahl aus so vielen Ländern kommt, im November 2016 besucht.
Künftig hat Franziskus bereits 60 von 121 Kardinälen unter 80 Jahren ernannt. Mindestens so wichtig ist: durch die Vielzahl an Ländern nimmt das übliche Mauscheln in Länder- oder Sprachgruppen ab. Da wird eine Entscheidungsfindung vielleicht etwas dauern. Der Papst sorgt dafür, dass irgendwann bei der Wahl seines Nachfolgers so jemand wie Jorge Mario Bergoglio - vom Ende der Welt, pastoral, auch ein wenig unberechenbar - zumindest wieder eine Chance hat. Weltkirche eben. Wie schön.
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