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Die Verletzlichkeit des Papstes offenbart das fragile System Kurie

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Ein Kommentar von
Christoph Paul Hartmann
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Bonn - Papst Leo XIV. muss operiert werden. Wer sich die Folgen eines Papst-Ausfalls vor Augen führt, merkt, wie angreifbar das System Papst auch nach der Kurienreform noch ist, kommentiert Christoph Paul Hartmann.

Papst Leo XIV. muss operiert werden. Ein Knoten in der Lunge sei bei ihm entdeckt worden, offenbarte der Pontifex beim Angelus-Gebet am Sonntag auf den Petersplatz. Der Fall zeigt, wie fragil das System Papsttum ist.

Der Papst führt seine Kirche noch wie ein vormoderner Herrscher sein Königreich oder Fürstentum: Da werden einzelne Minister respektive Präfekten zur Audienz gebeten, diese geben die erhaltenen Weisungen dann in ihrem Sinne gefiltert weiter. Alles ist auf den Herrscher im Zentrum ausgerichtet, Vernetzung auf der Ebene darunter ist selten.

Das führt zu einigen Problemen: Die eine Hand weiß oft nicht, was die andere tut, Behörden arbeiten neben- oder gar gegeneinander, anstatt an einem Strang zu ziehen. Wissen geht verloren, insbesondere zwischen altgedienten und neu ernannten Präfekten. Behörden agieren oft genug im luftleeren Raum, sodass deren Veröffentlichungen widersprüchlich sein können. Es entsteht zu wenig Organisationswissen, um Prozesse zu professionalisieren.

Auch dies ist ein Grund dafür, weshalb der Vatikan oft als sehr behäbig gilt. Durch die Vereinzelung der Akteure entsteht Stillstand. Um dem entgegenzuwirken, hatte Papst Franziskus den Kardinalsrat einberufen. Doch das kann nur ein Anfang gewesen sein.

Durch eine Erkrankung des Papstes ist nun wieder klar geworden, wie reformbedürftig die Kurie auch nach der Reform durch Franziskus ist. Leo XIV. täte gut daran, Wissen (und Verantwortung) auf mehrere Schultern zu verteilen, um die Kirchenleitung nicht nur professioneller, sondern auch wendiger und anpassungsfähiger zusammen. Es würde ihr guttun.

Der Autor

Christoph Paul Hartmann ist Redakteur bei katholisch.de.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.

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