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Appell für Frieden in Syrien und Trauer über ermordeten Jesuiten

"Die Waffen müssen schweigen"

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Vatikanstadt - Papst Franziskus hat energisch ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien verlangt und für die zahlreichen entführten Christen und Muslime in dem Land gebetet. Vor Zehntausenden Gläubigen appellierte Franziskus am Mittwoch auf dem Petersplatz erneut an die syrischen Verantwortlichen und die internationale Gemeinschaft, die Waffen zum Schweigen zu bringen und die Zerstörung zu beenden.

Betroffen zeigte er sich über die Ermordung des niederländischen Jesuiten Frans van der Lugt, der am Montag in Homs getötet worden war. "Die brutale Tötung hat mich mit tiefem Schmerz erfüllt", sagte Franziskus bei der Generalaudienz. Van der Lugt habe sich stets für das Wohl aller eingesetzt und sei von Christen und Muslimen geliebt und geschätzt worden. Der Tod seines Mitbruders im Jesuitenorden lasse ihn an die Vielen denken, die dort leiden und sterben müssen, so der Papst. Er verwies darauf, dass sich auch Bischöfe und Priester unter den Entführten befänden.

Van der Lugt arbeitete seit knapp 50 Jahren in Syrien

Der niederländische Jesuitenpater Van der Lugt war am Montagmorgen in der syrischen Stadt Homs von Unbekannten mit Kopfschüssen getötet worden. Nach Aussage des Gouverneurs der Provinz Homs, Talal al-Barazi, sollen Rebellen der Al-Nusra-Front hinter dem Mord stehen. Er wäre am Donnerstag 76 Jahre alt geworden.

Der Jesuit, der seit rund 50 Jahren in Syrien lebt, hatte sich bis zuletzt geweigert, die umkämpfte Stadt zu verlassen, solange dort noch Hunger und Not herrschten. Er hatte sich für Bildung für die christliche Minderheit im Land eingesetzt und ein Landwirtschaftsprojekt außerhalb der Stadt aufgebaut, um Jugendliche mit geistiger Behinderung zu fördern. Auch nach der Ausreise von 1.400 Bewohnern unter Führung der UN im Februar wollte er bei den verbleibenden Bewohnern ausharren. Angesichts der humanitären Krise hatte er Ende Januar die internationale Gemeinschaft in einer Videobotschaft der Untätigkeit angeklagt.

Papst segnet Flüchtlings-Kreuz

Nach der Generalaudienz widmete sich Papst Franziskus einem weiterem Thema, das ihm wichtig ist: Er segnete ein Kreuz, das aus Holz von Flüchtlingsbooten in Lampedusa gezimmert worden ist. Das zwei Meter hohe und 80 Zentimeter breite blau-rote Kreuz wurde ihm auf dem Petersplatz übergeben. Von Rom aus soll es über mehrere Stationen nach Mailand gebracht werden. Gefertigt wurde das Mahnkreuz vom Zimmermann der kleinen Insel. Zu der Initiative angestoßen hatte eine Mailänder Stiftung, die sozial Benachteiligte fördert. Franziskus hatte Lampedusa im vergangenen Juli besucht und angesichts des Flüchtlingselends eine "Globalisierung der Gleichgültigkeit" angeprangert.

Die Zahl von Bootsflüchtlingen vor der italienischen Küste nahm unterdessen in den vergangenen Tagen stark zu. Allein in der Nacht auf Mittwoch barg die italienische Marine 1.049 Menschen aus Nordafrika, die vor der Küste Siziliens auf drei Booten in Seenot geraten waren. Unter den Geretteten befanden sich nach italienischen Medienberichten 91 Minderjährige und drei Neugeborene. Italiens Innenminister Angelino Alfano berief am Dienstag einen Krisengipfel ein. Nach seinen Angaben nahm Italien seit Oktober 14.500 Bootsflüchtlinge auf. (luk/KNA/dpa)

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