Suche
Papst Franziskus ernennt Gian Franco Mammi zum neuen Generaldirektor der Vatikanbank

Ein Sizilianer an der Spitze

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Im wehrhaften Turm Nikolaus V. beim Diensteingang zum Vatikan befindet sich der Sitz der Vatikanbank IOR.
Vatikanstadt - Papst Franziskus hat den bisherigen Vizedirektor der Vatikanbank, Gian Franco Mammi, zum neuen Generaldirektor ernannt. Wie der Vatikan mitteilte, teilte der Papst die Beförderung des Sizilianers persönlich bei einem Besuch am Sitz der Bank mit.

Der aus Messina stammende Politikwissenschaftler ist seit 1992 bei dem Geldinstitut des Heiligen Stuhls. Unter anderem war er für lateinamerikanische Kunden zuständig. Als Generaldirektor ist Mammi nach dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, derzeit der Franzose Jean-Baptiste Douville de Franssu, auf dem zweithöchsten Posten der Vatikanbank.

Mammi war erst im März zum Vizedirektor ernannt worden. Über den Verbleib des bisherigen Generaldirektors Rolando Marranci (62), seit fast genau zwei Jahren für das operative Geschäft im "Institut für die religiösen Werke" zuständig, gab der Heilige Stuhl nichts bekannt. Ebenfalls am Dienstag begann im Vatikan ein Gerichtsverfahren zu Publikationen der Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi über Misswirtschaft, Geldverschwendung und Korruption in der Kirchenleitung. Die darin veröffentlichten vertraulichen Unterlagen betrafen auch die Vatikanbank.

Als "Vatikanbank" wird landläufig das "Institut für die religiösen Werke" (Istituto per le Opere di Religione, IOR) bezeichnet. Das IOR ist jedoch nur im eingeschränkten Sinne eine Bank. Einige bankentypische Dienstleistungen wie die Vergabe von Krediten bietet es nicht an. Hauptzweck des 1942 gegründeten Instituts ist laut den Statuten die Verwaltung von Kapital, dessen Erträge "für Werke der Kirche und für christliche Wohltätigkeit in allen Teilen der Welt bestimmt sind". (KNA)

Linktipp: Gewinn der Vatikanbank steigt deutlich

Die Vatikanbank hat im Jahr 2014 einen kräftigen Gewinnzuwachs verzeichnet. Laut dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht betrug der Nettogewinn 69,3 Millionen Euro. Der laufende Reformprozess in der Bank soll weitergehen.

Zum Artikel
kna-katholisch-swarm-node2 (0.016s)