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Finanz-Kommission kritisiert fehlende gerichtliche Entscheidungen

Europarat fordert Kampf gegen Geldwäsche

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Im wehrhaften Turm Nikolaus V. beim Diensteingang zum Vatikan befindet sich der Sitz der Vatikanbank IOR.
Straßburg - Der Vatikan muss konkrete Schritte gegen Geldwäsche und verdeckte Finanzströme vorlegen, sagt der Europarat. Neben deutlicher Kritik gab es von der europäischen Anti-Geldwäsche-Kommission jedoch auch Lob für strukturelle Verbesserungen.

Der Generalsekretär des Europarats Thorbjorn Jagland lobte, der Vatikan habe seit dem ersten Bericht 2012 bereits einige "echte Fortschritte" gemacht. So sei der intensive Prüfprozess der Vatikanbank IOR anscheinend ein Erfolg gewesen. Bei dem Verfahren, bei dem rund 4.800 Konten geschlossen wurden, seien Defizite aufgedeckt und Anstrengungen zur Identifizierung von Kontoinhabern unternommen worden, so der Bericht. Das Europaratskomitee hob hervor, dass seit dem vergangenen Fortschrittsbericht die Zahl der Überprüfungen stark gestiegen sei. Zudem bewertete es positiv, dass aus potenziell kriminellen Quellen stammende Finanzmittel in Höhe von elf Millionen Euro eingefroren worden seien.

Der Europarat forderte den Vatikan auf sicherzustellen, dass Gendarmerie und Staatsanwaltschaft die Kapazität haben, proaktive Finanzermittlungen vorzunehmen, um konkrete Ergebnisse bei den Geldwäsche-Untersuchungen zu liefern. Nach den Regeln des Geldwäsche-Komitees müsse der Vatikan 2017 erneut über die Fortschritte berichten.

Europarat lobt Fortschritte, Vatikan zeigt Zufriedenheit

Die erste Begutachtung des Vatikan durch Moneyval erfolgte 2012. Damals lag der Vatikan im Mittelfeld der untersuchten Staaten. Er erfüllte neun von 16 Schlüsselkriterien "vollständig" oder "weitgehend". Der erste Fortschrittsbericht folgte 2013. Darin hieß es, die Anti-Geldwäsche-Vorkehrungen seien in den vergangenen anderthalb Jahren "sehr verbessert" worden, müssten sich jedoch noch in der Praxis bewähren. Seit April 2011 ist der Vatikan Mitglied bei Moneyval.

Der Vatikan hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, man sei zufrieden mit den Ergebnissen des Berichts. Dieser bestätige, "dass der Heilige Stuhl ein funktionierendes, nachhaltiges und effektives System zur Verhinderung und Bekämpfung von Finanzkriminalität errichtet hat", sagte der stellvertretende vatikanische Außenminister Antoine Camilleri. (KNA)

Linktipp: System von Korruption und Geldwäsche

Das System von Korruption und Vetternwirtschaft ist auch unter Papst Franziskus noch lebendig - das ist die Überzeugung des Journalisten Gianluigi Nuzzi. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin warnte jedoch davor, Nuzzis Enthüllungen überzubewerten.

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