Franziskus ruft zum Pilgern mit Flüchtlingen auf
Mit weltweiten Solidaritäts-Pilgermärschen will die katholische Kirche ein Zeichen gegen Fremdenhass gegenüber Migranten und Flüchtlingen setzen. Papst Franziskus würdigte am Sonntag die Caritas-Pilgeraktion "Share the Journey" (Teile den Weg). "Mach mit beim 1-Million-Kilometer-Marsch der Caritas mit Migranten und Flüchtlingen. Wir gehen alle auf der Straße nach Emmaus und sind gerufen, das Antlitz Christi zu schauen", twitterte er.
Unmittelbar davor sagte der Papst nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz, dass das gemeinsame Pilgern helfe, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Es könne "die Beziehung zu Migranten verändern".
Franziskus dankte ausdrücklich einer Pilgergruppe von Caritas Internationalis unter Führung von Kardinal Luis Antonio Tagle. Der Präsident des Dachverbands der nationalen Caritas-Organisationen war mit Zuwanderern und Flüchtlingen vom römischen Viertel Trastevere auf den Petersplatz gepilgert. Der Papst rief dazu auf, sich an ähnlichen Aktionen zu beteiligen.
Kardinal: Jeder Schritt verlangsamt die Bewegung des Hasses und der Angst
Kardinal Tagle begann mit dem Solidaritäts-Marsch eine Aktion im Rahmen der auf zwei Jahre angelegten Kampagne "Share the Journey". Bei den weltweiten Pilgermärschen sollen zusammen mit Flüchtlingen und Migranten eine Million Kilometer zurückgelegt werden, um Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Jeder Kilometer, den eine Person in einer Pilgergruppe geht, kann auf der Caritas-Seite gezählt und unter dem Hasthag #sharethejourney geteilt werden. Bisher haben nach Vatikan-Angaben mehr als 160 Caritas-Organisationen weltweit ihre Teilnahme zugesagt. Franziskus hatte die Solidaritäts-Kampagne im September 2017 gestartet.
In Zeiten "starker Spaltungen" müssten der Rhetorik von Hass, Angst und Gewalt "Zeichen von Liebe, Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft" entgegengesetzt werden, sagte Tagle vor dem Start der Aktion. "Jeder Schritt, den wir tun, ist ein Schritt der Solidarität mit 65 Millionen Migranten und Flüchtlingen", so der Kardinal. Jeder Schritt verlangsame "die Bewegung des Hasses und der Angst" ihnen gegenüber. (luk/KNA)