Franziskus: Verkündigung erfordert Mut
Aus Sicht von Papst Franziskus ist für die Verkündigung des Glaubens in der heutigen Zeit viel Mut nötig. "Wir brauchen den Mut, alternativ zur Welt zu sein, ohne dabei polemisch oder aggressiv zu werden", sagte Franziskus am Weltmissionssonntag vor gut 50.000 Zuhörern auf dem Petersplatz. Bei der missionarischen Arbeit und der Seelsorge sei voller Einsatz gefragt, "mit dem Kampfgeist eines Sportlers, der auch bei Niederlagen nicht aufgibt", so der Papst.
Der Ungläubigkeit widerstehen
"Heute ist die Zeit der Mission und die Zeit des Mutes!", sagte Franziskus. Es gehe darum, wieder "Geschmack daran zu finden, sich für das Evangelium hinzugeben", sich anderen gegenüber zu öffnen und dabei jedoch niemals arrogant zu werden. Ungläubigkeit müsse widerstanden werden. Das alles erfordere viel Mut, der jedoch noch kein Erfolgsgarant sei. "Wir brauchen Mut, zu kämpfen, nicht zwingend um zu siegen; zum Verkündigen, nicht zwingend zum Bekehren", so Franziskus.
Das Bild von der Mission als Einbahnstraße ist überholt, meint der Speyrer Bischof Wiesemann. Er sprach bei einem feierlichen Gottesdienst am Weltmissionssonntag im Speyrer Kaiserdom.
Franziskus rief außerdem zu Frieden und Versöhnung im Irak auf. Schon viel zu lange herrsche im Land "unmenschliche Gewalt gegen unschuldige Bürger, seien es Christen wie Muslime und Angehörige anderer Religionen und Ethnien". Er versicherte, "in diesen dramatischen Stunden" der ganzen irakischen Bevölkerung, besonders den Menschen in Mossul, nahe zu sein. Die kaltblütige Ermordung so vieler Menschen, darunter auch vieler Kinder, schmerze ihn sehr. "Diese Brutalität bringt uns zum Weinen, es fehlen die Worte", fuhr Franziskus vor 50.000 Besuchern fort. Es folgte ein stilles Gebet.
In Mossul spitzt sich nach Einschätzung von Helfern die Lage der Zivilbevölkerung im Zuge der Großoffensive der irakischen Armee gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu. Der IS soll insgesamt 284 Männer und Jungen hingerichtet haben, berichtete der US-Nachrichtensender CNN am Samstag unter Berufung auf eine irakische Geheimdienstquelle. Der Sender wies allerdings darauf hin, diese Angaben nicht selbst überprüfen zu können. (jhe/KNA)