Franziskus warnt vor abwertenden Frauenbildern
Papst Franziskus hat vor Vorurteilen gegen Frauen gewarnt. "Wir alle, auch die christlichen Gemeinden, sollten uns vor abwertenden Frauenbildern hüten", sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch auf dem Petersplatz. Vorurteile und Verdächtigungen verletzten die Würde der Frauen, führte Franziskus ausgehend von der Bibelerzählung über die Heilung einer kranken Frau aus. Der Text rege zum Nachdenken darüber an, wie Frauen "oft wahrgenommen und dargestellt werden", so der Papst zu den rund 14.000 Besuchern seiner Generalaudienz.
Die Bibelstelle beschreibt eine wegen ihrer Krankheit ausgestoßene Frau, die sich entgegen der geltenden Verbote heimlich Jesus nähert und seinen Mantel berührt, weil sie spürt, dass er sie heilen könnte.
Franziskus: Kein Mensch ist ohne Sünde
Der Papst hob den Mut der Frau hervor, die ihrem Glauben gefolgt und so geheilt worden sei. Er erinnerte dabei an alle Menschen, die heute am Rand der Gesellschaft stehen. Ausgestoßene handelten oft im Verborgenen, weil sie sich schämten. "Denken wir nur an die Leprakranken von damals oder an die Obdachlosen von heute, sowie an alle Sünder", so Franziskus. Kein Mensch sei ohne Sünden; Jesus könne jedoch alle heilen und ihnen ihre Würde wiedergeben. (KNA)
Papst Franziskus ist von seinem Exerzitienleiter wegen fehlender Frauen in der vatikanischen Führungsebene ins Gebet genommen worden. Ermes Ronchi sprach von einer Leere, "die nicht der Wirklichkeit der Menschheit und der Kirche entspricht". (Artikel von März 2016)