Friedensappell des Papstes – und eine Messe für den Sport
Angesichts vieler bewaffneter Konflikte weltweit hat Papst Leo XIV. zu Gebeten für den Frieden aufgerufen. Neben den Kriegen in Nahost und der Ukraine erinnerte das Kirchenoberhaupt am Sonntagmittag an die Situation im Bürgerkriegsland Sudan. Er erneuere seinen Appell für ein Ende der Kämpfe, den Schutz der Zivilbevölkerung sowie einen friedlichen Dialog, so Leo XIV. auf dem Vorplatz des Petersdoms. "Ich mahne die internationale Gemeinschaft, ihre Bemühungen zu verstärken, um der von der schweren humanitären Krise getroffenen Bevölkerung die nötigste Hilfe zukommen zu lassen."
Betroffen äußerte sich der Papst zudem über ein "schreckliches Massaker" in einem Dorf im nigerianischen Bundesstaat Benue. In der Nacht zu Samstag seien dort etwa 200 Menschen auf grausame Weise getötet worden, darunter vor allem Binnenflüchtlinge, die von der örtlichen katholischen Mission aufgenommen worden seien. "Ich bete dafür, dass Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden in Nigeria herrschen, einem geliebten Land, das so sehr von verschiedenen Formen der Gewalt betroffen ist", sagte Leo. Auch die Verantwortlichen in Myanmar rief er mit Blick auf den jahrelangen Bürgerkrieg zum Dialog auf.
Sport als Instrument der Begegnung
Zuvor hatte der Papst im Petersdom eine dem Thema Sport gewidmete Messe gefeiert und anschließend aus dem Papamobil die Pilger auf dem Petersplatz gegrüßt. Für ihn ist Sport ein wichtiges Instrument der Begegnung und der Wiederannäherung – auch zwischen den Völkern. Das hob der passionierte Tennisspieler bei einer Messe mit Tausenden Sportlern am Sonntag im Petersdom hervor. In einer Welt des extremen Individualismus lehre der Sport – insbesondere der Mannschaftssport – den Wert der Zusammenarbeit, so das 69 Jahre alte Kirchenoberhaupt.
Bei der Heilig-Jahr-Feier für die Welt des Sports ging der Papst auch auf die Bedeutung sportlicher Aktivität in einer zunehmend digitalisierten Welt ein. Zwar bringe die Technik weit entfernte Menschen zusammen, rücke aber die Nahestehenden oft in die Ferne, kritisierte der Papst. Demgegenüber bringe Sport den Wert des konkreten Miteinanders, das Bewusstsein für den Körper, für den Raum, für die Mühe und für die echte Zeit zur Geltung. "So hilft er, der Versuchung, sich in virtuelle Welten zu flüchten, entgegenzuwirken und einen gesunden Kontakt zur Natur und zum konkreten Leben zu bewahren, dem einzigen Ort, wo sich die Liebe vollzieht", so Leo.
Große Sportler keine "unfehlbaren Maschinen"
Weiter bringe Sport den Menschen die Kunst der Niederlage bei. Dies sei wichtig in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft, "in der scheinbar nur die Starken und die Sieger zu leben verdienen", sagte der Papst. Die Konfrontation mit der eigenen Zerbrechlichkeit, Begrenztheit und Unvollkommenheit sei wichtig. Denn aus dieser Erfahrung heraus öffneten sich die Menschen für die Hoffnung. "Es gibt keinen Sportler, der nie Fehler macht, der nie verliert. Die Großen im Sport sind keine unfehlbaren Maschinen, sondern Männer und Frauen, die, auch wenn sie fallen, den Mut finden, wieder aufzustehen."
Es gehe beim Sport nicht nur darum, eine – vielleicht sogar außergewöhnliche – körperliche Leistung zu vollbringen, sondern darum, sich selbst zu geben. Es gehe um Hingabe für andere, so Leo XIV. In jeder guten menschlichen Tätigkeit scheine etwas von der Schönheit Gottes auf – und der Sport gehöre sicherlich dazu. (mtr/KNA)