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Papst Benedikt spendet den Segen "Urbi et orbi"

Gott hat das Unmögliche getan

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Papst Benedikt während seiner Weihnachtsansprache 2012.
Vatikanstadt - Benedikt XVI. hat an Weihnachten zu einer Überwindung des Egoismus aufgerufen. Mit der Geburt Christi vor 2.000 Jahren habe Gott das Unmögliche getan und sei Mensch geworden, sagte der Papst in seiner traditionellen Weihnachtsansprache am Dienstag auf dem Petersplatz.

"Der Unendliche ist ein Kind geworden und in die Menschheit eingetreten", sagte der Papst vor mehreren zehntausend Menschen. Er habe Liebe und Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden mit sich gebracht. Der Mensch müsse sich diesem Gott im Glauben öffnen. Es gelte, Egoismus und jedes "Sich-Verschließen" zu überwinden. Trotz aller Schwierigkeiten und Missstände in der Welt bestehe die zuverlässige Hoffnung, dass durch die Wahrheit Gottes letztlich Liebe, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt komme.

Benedikt XVI. griff damit einen Gedanken seiner Mitternachtspredigtauf. Dort hatte er davor gewarnt, Gott aus der Welt und dem Leben auszublenden und ihn abzuweisen. Man habe für Gott keinen Platz und keine Zeit, beklagte der Papst. Man versuche die "Hypothese Gott" überflüssig zu machen und Gott "wegzuerklären", und suche stattdessen nach dem fassbaren Glück und dem Erfolge der eigenen Pläne. Demgegenüber müssten die Menschen wach werden für die Gegenwart Gottes, so der Weihnachtswunsch des Papstes. Gerade in den Leidenden, Verlassenen, Ausgestoßenen und Kindern rede Gott die Menschen an.

Aufruf zum Ende der Gewalt

Zugleich rief Benedikt XVI. zu einem Ende der Gewalt in den Krisenherden der Welt auf, vor allem im Nahen Osten und in Afrika. Zutiefst besorgt äußerte er sich über den Konflikt in Syrien, "der nicht einmal die Wehrlosen verschont und unschuldige Opfer hinwegrafft".

"Frieden nicht ohne Gott"

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Er forderte er dazu auf, "das Blutvergießen zu beenden, Hilfsleistungen für die Flüchtlinge und die Evakuierten zu erleichtern und auf dem Weg des Dialogs eine politische Lösung für den Konflikt zu verfolgen". Zugleich appellierte Benedikt XVI. an die neue Führung in China, den Religionen eine Mitgestaltung beim Aufbau einer solidarischen Gesellschaft zu ermöglichen.

In seiner Weihnachtsbotschaft wandte sich der Papst auch direkt an Israelis und Palästinenser: Sie brauchten Mut, den allzu langen Jahren der Kämpfe ein Ende zu setzen und entschlossen den Verhandlungsweg einzuschlagen. Für die Bürger in den Umbruchstaaten Nordafrikas - vor allem Ägypten - hoffe er auf Gesellschaftsformen, die auf Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürden basierten.

Botschaft für Afrika

"Das Geburtsfest Christi begünstige die Wiederkehr des Friedens in Mali und der Eintracht in Nigeria, wo grausame terroristische Attentate weiter Opfer fordern, besonders unter den Christen", sagte Benedikt XVI. weiter. "Möge der Erlöser den Flüchtlingen aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo Hilfe und Trost bringen. Er möge Kenia Frieden schenken, wo blutige Attentate die Zivilbevölkerung und die Gotteshäuser getroffen haben." Die Regierungen Lateinamerikas ermutigte der Papst in ihrem Einsatz für Entwicklung und im Kampf gegen die Kriminalität.

Nach seiner Weihnachtsbotschaft spendete das 85-jährige Kirchenoberhaupt am Dienstag den feierlichen Segen "Urbi et orbi", der Stadt (Rom) und dem Erdkreis. Zuvor richtete er Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen an alle Welt. Auf Deutsch sagte er: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!". Die Weihnachtszeremonie mit dem Papst wurde von 65 TV-Stationen weltweit übertragen.

Stichwort: "Urbi et orbi"

In dieser Formel "Urbi et orbi" kommt der weltumfassende Anspruch der katholischen Kirche zum Ausdruck. Sie geht auf die römische Antike zurück. Damals galt Rom als Inbegriff der Stadt (urbs) schlechthin und als Mittelpunkt des Erdkreises (orbis). Mit dem Segen verbunden ist ein vollkommener Ablass. Er bezieht sich nach katholischer Lehre auf alle zeitlichen Sündenstrafen. Voraussetzung für seinen Erhalt ist, dass die jeweilige Schuld durch Beichte, Kommunionempfang und Gebete sowie Buße schon getilgt ist. Seit 1985 gilt das für alle Gläubigen, die der Zeremonie am Fernseher beiwohnen; für Radiohörer ist dies schon seit 1967 der Fall. (KNA)

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