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Papst: Man darf Politiker nach der Wahl nicht allein lassen

Haben Sie heute schon für Frau Merkel gebetet?

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Vatikan - Katholiken sollen für ihre Politiker beten - auch für jene, die sie nicht gewählt haben, wünscht sich der Papst. Wer das nicht tue, begehe eine Sünde und solle dringend beichten gehen.

Papst Franziskus wünscht sich, dass Christen mehr für ihre Regierungspolitiker beten. In seiner Morgenmesse bat er die Zuhörer darum, sich heute fünf Minuten Zeit dafür zu nehmen. Man dürfe nicht einfach sagen "Ich habe ihn ja gewählt oder ich habe ihn nicht gewählt – jetzt soll er das Seine tun", sagte der Papst am Montag in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta. "Wir können die Regierenden nicht allein lassen, wir müssen sie mit unserem Gebet begleiten."

Wer grundsätzlich nicht für Politiker betet, dem empfiehlt Franziskus dringend zur Beichte zu gehen: "Und wenn Sie bei Ihrer Gewissenserforschung feststellen, dass Sie noch nie für die Regierenden gebetet haben, dann tragen Sie das in die Beichte – denn es ist eine Sünde, nicht für die Regierenden zu beten." Zugleich rief der Papst dazu auf, auch für jene Regierungspolitiker zu beten, die einem nicht gefielen. Sie bräuchten das Gebet möglicherweise noch dringender.

Papst: Auch Regierungspolitiker sollen beten

Ein guter Regierungspolitiker sollte nach Franziskus' Ansicht aber auch selbst beten und zwar "um das Gemeinwohl des Volkes, das ihm anvertraut ist". Auch die "Herrschenden" sollten sich heute fünf Minuten Zeit dafür nehmen. Mit seinem Gebet bringe ein Regierender zum Ausdruck, dass seine Macht nur vom Volk übertragen sei und letztlich von Gott stamme, erklärte der Papst. "Wenn ein Regierender dieses Bewusstsein des Untertan-Seins hat, dann betet er." Franziskus berichtete von einem namentlich nicht genannten Regierungspolitiker, der ihm erzählt habe, dass er jeden Tag zwei Stunden schweigend vor Gott bete, obwohl er sehr viel zu tun habe. Politiker, die nicht an Gott glaubten oder in dieser Frage unentschieden seien, sollten sich ihrem Gewissen und den weisen Leuten ihres Volkes stellen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte im August in einem Interview sie bete nicht "konkret politisch". Dies sei "eine sehr private Angelegenheit. Baden Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte 2016 gesagt, er bete jeden Tag für Merkel.

Franziskus sprach in seiner Predigt unter anderem über eine Stelle aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus; darin fordert der Apostel "zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben". (tja)

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