Suche
Franziskus hat am Freitag als erster Papst in der Vatikanmensa gegessen

"Ich bin noch ganz aufgewühlt"

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Vatikanstadt - Eigentlich ist das Prozedere in den Mensen der großen Unternehmen und Universitäten weltweit das gleiche: Man greift sich ein Tablett, Besteck und – für die besonders reinlichen – noch eine Serviette und stellt sich dann zu den anderen in die Schlange. In der Kantine für die vatikanischen Angestellten ist es in der Regel genauso. An diesem Freitag kam jedoch etwas, oder besser jemand, dazwischen: Papst Franziskus.

Es ist das erste Mal, dass ein Pontifex persönlich in der Mensa des Vatikan vorbeischaut. Wie alle anderen griff er sich ein Tablett und wartete geduldig, bis er bei der Essenausgabe an der Reihe war. "Er war irgendwie normal, wie der demütigste aller Mitarbeiter", sagte der vollkommen verblüffte Mensaleiter Franco Paini Radio Vatikan. Gegessen habe der Pontifex Dorsch. Dazu gab es Pasta Bianca – also Nudeln ohne alles. Der Besuch sei eine echte Überraschung und "ein Blitz aus heiterem Himmel" gewesen, sagte Paini. Und: "Bitte entschuldigen Sie, ich bin noch ganz aufgewühlt!"

Es sei wunderbar gewesen, schwärmt der Kantinenleiter. Der Papst "war umgeben von seiner großen Familie". Alle seien ihm vorgestellt worden und Franziskus habe gefragt, wie es den Mitarbeitern gehe und wie die Arbeit sei. "Und dann hat er uns gelobt." Abschließend hat der Papst den Anwesenden noch den Segen erteilt und Fotos von sich und ihnen machen lassen. Das ganze habe ungefähr eine Stunde gedauert, berichtet Paini.

Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Franziskus sich zum Essen "unter das Volk" mischt. Bei seinem Besuch in der mittelitalienischen Region Molise Anfang Juli nahm er mit rund 50 armen Menschen in einer Hilfseinrichtung der örtlichen Caritas das Mittagessen ein. Einen Monat zuvor speiste er mit Mittellosen und ehemaligen Drogenabhängigen im Priesterseminar von Cassano all'Ionio im süditalienischen Kalabrien. Und beim Weltjugendtag in Brasilien im vergangenen Sommer aß er gemeinsam mit zwölf Jugendlichen aus ebenso vielen verschiedenen Ländern.

Von Björn Odendahl

kna-katholisch-swarm-node2 (0.012s)