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Oldtimer-Fan Marek Schramm kaufte das frühere Auto von Papst Johannes Paul II.

Im Papstauto zur Heiligsprechung

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Im Papstauto zur Heiligsprechung
Ilmenau - Mäuse nisteten sich in den Polstern ein, der Rost fraß sich durch die Karosserie. Fast 35 Jahre lang gammelte der frühere Wagen von Papst Johannes Paul II. in einer Scheune in Polen vor sich hin. Jetzt steht das blau lackierte Auto fahrbereit auf einem Grundstück im thüringischen Ilmenau. Der begeisterte Oldtimer-Fan Marek Schramm nahm sich des Autos an - für eine große Fahrt durch halb Europa.

Dabei standen die Chancen alles andere als gut, dass der knapp 60 Jahre alte FSO Warszawa - den Karol Wojtyla in seiner Zeit als Erzbischof von Krakau benutzt hatte - noch mal anspringt. Er habe dennoch nie Zweifel gehabt, dass es ihm gelinge, das Auto wieder fit zu machen. Ein Neffe des Papst-Chauffeurs habe ihm den Wagen 2012 verkauft, sagt Schramm stolz.

Ein Bild von Johannes Paul II. Am Schlüsselbund

Zahlreiche Originaldokumente wie das Garantiebuch, der Kaufvertrag und die Zulassung beweisen die Herkunft des Autos. Auch Fahrgestell- und Motornummer waren dem neuen Eigentümer zufolge noch vorhanden und identisch mit den Nummern auf den Dokumenten. Die originalen Nummernschilder sind ebenfalls da, schwarz mit der weißen Schrift "KR 96 13".

Die Armaturen sind im 50er-Jahre-Stil spartanisch gehalten, die Sitze durchgehend und platzbietend für drei Personen. Die Ziffern auf der etwas zu großen Uhr zeigen den Todeszeitpunkt des Papstes im Jahr 2005 an. Und konsequenterweise hängt am Schlüsselbund ein kleines Foto von Johannes Paul II.

Schlüsselanhänger mit Johannes Paul II. als Motiv.
Schlüsselanhänger mit Johannes Paul II. als Motiv.

Er habe eines Abends im Internet nach Oldtimern gesucht und sei dabei auf die Anzeige von Alexander Gawron gestoßen. Dessen Onkel habe den späteren Papst während seiner Zeit als Erzbischof von Krakau gefahren. Schramm konnte nicht widerstehen. "Der Papst-Wagen war ein Schnäppchen", sagt er. Wie viel er für den polnischen Nachbau eines russischen Pobeda auf den Tisch blätterte, verrät der 45-jährige Unternehmer nicht. Immerhin, ein sechsstelliger Euro-Betrag sei es gewesen.

Verkaufen - aber nur an einen Polen

Autos, Autos, Autos: In seiner Garage finden sich mehrere solcher Schätze wie das "Papa-Mobil". Ein Porsche Spyder 550 - das Modell, mit dem James Dean verunglückte - und ein BMW 507 Cabrio. Die Autos sind echte Raritäten.

Das Papst-Auto sei die Verbindung zwischen dem Leben des früheren Kirchenführers, der zum Fall der Mauer beigetragen habe, und seinem eigenen. Als Kind zog Schramm mit seinen Eltern von Danzig zunächst nach Berlin und dann nach Ilmenau. Als 13-Jähriger habe er etwa Solidarnosc-Anstecker verteilt und mächtig Ärger bekommen. Er saß mehrere Jahre in DDR-Gefängnissen, unter anderem wegen Republikflucht.

Ein Mann steht neben einem Oldttimer.
Der KFZ-Sachverständige Rene Thiem prüft einen "FSO Warszawa" vom Typ M20, den der jetzige Besitzer Marek Schramm im Originalzustand belassen und wieder fahrbereit gemacht hat.

Alexander Gawron, dessen Onkel Ende der 1970er Jahre das Auto dem späteren Papst abkaufte, wusste auch nicht so recht, was er damit machen sollte. Jahrelang habe der Wagen in einem Autohaus in Düsseldorf gestanden, erzählt er. "Ich wollte ihn verkaufen, aber nur an einen Polen." Nach mehreren gescheiterten Versuchen - etwa über das Auktionshaus Christie's - landete der Oldtimer in Ilmenau. Nun habe es das "Papa-Mobil" gut, sagt Gawron. Schließlich sei Schramm auch in Polen geboren.

Auf geht's zu Heiligsprechung

Mehr als 2500 Arbeitsstunden investierten Schramm und seine 16 Helfer, um den Wagen flott zu machen. Jedes Einzelteil wurde zerlegt, gesäubert und wieder eingesetzt. Manche Teile mussten in Polen gekauft werden. "Aber der Oldtimer ist fast zu 100 Prozent echt." Was er nun damit macht? "Natürlich zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. am 27. April nach Rom fahren". Los geht es am 14. April - über den Umweg Berlin-Danzig-Warschau-Wadowice-Krakau. Die Stationen im Leben des Papstes und im Leben von Marek Schramm.

Von Stefan Engelbrecht (dpa)

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