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Israel wartet auf den Papst

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Israels Staatspräsident und Papst Franziskus stehen in einem lichtdurchflutetem Raum im Vatikan.
Vatikanstadt - Israels Staatspräsident Schimon Peres hat Papst Franziskus zu einem Besuch nach Israel eingeladen. "Ich warte auf Sie in Jerusalem. Und nicht nur ich allein, sondern das ganze israelische Volk", sagte er am Dienstag zum Abschluss eines Gesprächs mit Papst Franziskus im Vatikan.

Denkbar wäre eine Reise im kommenden Jahr in Erinnerung an den historischen Besuch von Papst Paul VI. (1963-1978) im Heiligen Land vor 50 Jahren. Diesen Vorschlag hatte bereits der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartolomaios I., Franziskus bei seinem Besuch im Vatikan unterbreitet. Paul VI. hatte vom 4. bis zum 6. Januar 1964 die heiligen Stätten des Christentums in Israel und Jordanien besucht. Die Reise gilt als Meilenstein im Verhältnis zwischen dem Vatikan und Israel sowie für die katholisch-orthodoxen Beziehungen.

Thema Nahost-Konflikt

Zuvor hatte sich Peres mit Franziskus eine halbe Stunde unter vier Augen unterhalten. Einzelheiten der Unterredung teilte der Vatikan allerdings nicht mit. Der Nahost-Konflikt dürfte aber dabei erörtert worden sein. Der Papst und die spirituelle Kraft seiner Kirche könnten eine große Rolle spielen, "um den Nahost-Friedensprozess voranzubringen", hatte Peres zuvor im italienischen TV-Sender "Rai Uno" erklärt. Christen aus den Palästinensergebieten hatten Franziskus am Montag unterdessen in einem offenen Brief aufgefordert, öffentlich für einen Abbau der israelischen Sperrmauer einzutreten.

Weiteres Gesprächsthema war nach israelischen Angaben das Verhältnis zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl. Beide unterhalten seit 1993 volle diplomatische Beziehungen. Einige rechtliche, steuerliche und finanzielle Fragen, die den Status kirchlicher Einrichtungen in Israel betreffen, sind jedoch bis heute ungeklärt.

15 Jahre Stillstand

Eine bilaterale Kommission berät darüber seit mehr als 15 Jahren ohne konkretes Ergebnis. Vor seiner Begegnung mit dem Papst hatte Peres im Gespräch mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" Fortschritte in den Verhandlungen in Aussicht gestellt.

Peres soll am Mittwoch in Assisi, dem Geburtsort des Heiligen Franz von Assisi, die Ehrenbürgerschaft der Stadt erhalten. (mir/KNA/dpa)

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